Gehört und Gesehen - Straight Up Boogaloo

13.03.2015The Muggs

The Muggs

Straight Up Boogaloo

Bellyache Records (2015, CD)

„Straight Up Boogaloo“ heißt das neue Album der amerikanischen Band The Muggs. Desöfteren im Spaß als hässlichste Band der Welt bezeichnet, passt die äußere Erscheinung der Platte durchaus in dieses Bild, da die Songtitel aufgrund der missratenen Schriftwahl kaum lesbar sind. Darüber lässt sich jedoch leicht hinwegsehen, da die Detroiter einen Hard Blues Rock liefern, der den Hörer umhaut und fast eine Stunde lang völlig begeistert.

Der Opener wird angezählt, die ersten Töne folgen und schon nach wenigen Sekunden bekommt man richtig Lust auf das folgende Klangspektakel. Rockig, dynamisch, laut, die Gitarren werden bis zum Maximum malträtiert und die Stimme von Sänger Danny Methric nimmt den Hörer mit auf die anstehende Fahrt durch erstklassige Rocksongs.

Der Sound ist in jedem Song unterschiedlich, in „Fat City“ geht es beispielsweise auch mal etwas ruhiger zu. In „Lightning Cries“ findet ein sehr engagiertes Gitarrensolo seinen Platz und sorgt dafür, dass kein Zuhörer lange mit den Füßen stillhalten kann. Eines haben die Tracks jedoch alle gemeinsam: Sie sind mitreißend, voller Energie und man merkt dem Album durchgehend an, dass es von Musikern stammt, die ihr Handwerk absolut beherrschen und eine ordentliche Portion Spaß dabei haben.

Die Platte ist reich an Abwechslung und lässt einem Höhepunkt den nächsten folgen, ganz ohne Verschnaufpausen. Dass The Muggs nicht nur selbst gute Songs schreiben, sondern auch Größen der Musikgeschichte problemlos covern können, ohne schlechter abzuliefern, beweisen sie ebenfalls auf dem Longplayer: Ihrer Version von „Rattlesnake Shake“ von Fleetwood Mac räumt die Band ganze zwölf Minuten ein und bringt den Hörer dabei regelrecht in Ekstase. Und auch „Yer Blues“ von den Beatles setzt ein weiteres Highlight.

Mit „Straight Up Boogaloo“ bringen Danny Methric, Tony DeNardo und Todd Glass ein Album heraus, das wirklich herausragend, bis zum Geht-nicht-mehr mit Spielfreude gefüllt und ein echter Hörgenuss ist. Selbst Anhänger anderer Genre als ihrem Hard Blues Rock dürften anerkennend zustimmen, dass hier eine außergewöhnliche musikalische Leistung auf Platte gepresst wurde. Wem die Musikrichtung ohnehin gefällt, der wird auch noch Jahre später gerne im Regal zu „Straight Up Boogaloo“ greifen – auch trotz der äußerlichen Erscheinung.


David Neumeier
(10 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.themuggs.com
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