Gehört und Gesehen - Sound Of Slow

13.03.2015Superstrings

Superstrings

Sound Of Slow

Man High Music (2015, CD)

Das Song- und Filmscore-Writer-Duo Superstrings veröffentlicht mit „Sound Of Slow“ sein zweites Album. Sängerin Carolin Heiss und Gitarrist Marc-Sidney Müller produzierten es als Indie-Projekt und bringen es auf ihrem eigenen Label „Man High Music“ heraus. Acht Jahre nach dem Erscheinen ihrer vielversprechenden Debütplatte „Speechballoon“ legen die Münchener nun mit ihrem Mix aus Trip Pop, Alternative und Elektro nach.

Acht Studiosongs hat das Alternative-Pop-Duo für ihren Longplayer ausgesucht, zwei Live-Mitschnitte gibt es noch oben drauf. Dabei entsteht eine einzigartige Atmosphäre, die den Zuhörer in ihren Bann zieht. Er wird dazu eingeladen, in die Traumwelt von Superstrings einzutreten, ihren magischen Klangwelten zu lauschen und einfach nur abzuschalten und zu genießen. Über all dem schwebt die gefühlvolle Stimme von Carolin Heiss, die durchweg verzaubert.

Vor allem die ersten drei Songs überzeugen. „Greater“, „Bonjour Mon Amour“ und „Where Are We Going Today“ sorgen beim Hören dafür, dass sich völlige Entspannung einstellt. Die Stimmung der Songs breitet sich derart aus, dass man automatisch die Augen schließen und schlicht an nichts mehr denken möchte.

Im Anschluss wird es etwas experimenteller, was grundsätzlich ja nicht verkehrt ist. Leider zerstört dies hier aber ein wenig die Trance, in die man zunächst versetzt wurde. Abwechslungsreichtum auf Alben ist im Normalfall zwar wünschenswert. Auf „Sound Of Slow“ hätte man sich aber doch gewünscht, dass es einfach so weitergeht.

So auch beim letzten Studiotrack. „Duet“ ist eigentlich wieder ein richtig schöner und atmosphärischer Song. Irgendwann schweift das Duo jedoch davon wieder ab und will auch nicht so richtig zum Ende kommen. Dafür wissen Superstrings mit ihrem Live-Cover von Kate Bushs „Running Up That Hill“ zum Schluss des Albums aber doch noch zu begeistern. Die Stimme von Carolin Heiss passt perfekt zum Song und erzeugt ein Cover, das trotz aller Ähnlichkeit zum Original nicht platt kopiert, sondern auch den ganz eigenen Stil des Duos widerspiegelt.

„Sound Of Slow“ startet stark, bleibt zunächst auch dabei und entführt wirklich ein wenig in eine andere Welt. Dies gelingt den beiden Musikern ausgezeichnet. Doch dann zerplatzt die Seifenblase leider, bevor die Superstrings zum Schluss hin dann aber doch noch für einen versöhnlichen Abschluss sorgen, der die kleine zwischenzeitliche Durststrecke wieder vergessen lässt.


David Neumeier
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.superstrings-music.de
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