Gehört und Gesehen - The Sound Of Breaking Waves

13.03.2015Tune Circus

Tune Circus

The Sound Of Breaking Waves

Good Music Media (2015, CD)

Dekoriert mit dem Deutschen Rock und Pop Preis in der Kategorie „Bestes Rock-Album“ aus 2008 für ihre Debütplatte „Perpetual Music Machine“, legt die Ludwigsburger Alternative-Rockband Tune Circus nun nach. „The Sound Of Breaking Waves“ heißt ihr neuer Longplayer. Statt nach brechenden Wellen klingt das Album aber über weite Strecken eher nach leichter Brandung. Zum Ende hin lässt es jedoch noch den einen oder anderen Surfgang zu.

„The Sound Of Breaking Waves“ ist von unterschiedlichen Einflüssen geprägt. Es ist eine Mischung aus Indie, Rock, Pop und Punk. Daher könnte man davon ausgehen, dass der Hörer vom neuen Album auch viel Abwechslungsreichtum erwarten kann. Dem ist jedoch zunächst leider nicht so.

Die erste Hälfte der Platte ist durchaus solide, allerdings vermögen es Tune Circus nicht den Hörer mitzureißen. Vielmehr wirken ihre ersten Titel durch Einfalls- und Lieblosigkeit deplatziert. Die Songs klingen allesamt sehr ähnlich. Das lässt sich zwar ganz gut so nebenbei anhören. Allerdings kann es kaum der Anspruch einer Rockband, sein nur zur Hintergrundbeschallung eingesetzt zu werden.

Etwas spät, aber in der zweiten Hälfte werden die Songs dann packender, dynamischer und laden mehr zum mitrocken ein. Besonders mit „Let It Go“ und „Daddys Girl“ bieten Tune Circus zwei coole Nummern, in denen die Band beweist, dass sie auch kreative Songstrukturen erschaffen und umsetzen kann. Ein schönes Ende findet „The Sound Of Breaking Waves“ mit „Until The End“, einem Song der definitiv mehr Pop als Rock ist.

Dass Alben stark anfangen und dann immer schwächer werden, erlebt man öfter. Die überzeugendsten Stücke an den Beginn zu stellen, macht durchaus Sinn, auch wenn es dann immer etwas ernüchternd ist, wenn die Qualität von Song zu Song abnimmt.

Auf „The Sound Of Breaking Waves“ ist es genau andersherum. Man kann es positiv finden, dass man später doch noch auf wirklich gute Lieder stößt, die keinen Einheitsbrei darstellen. Das ist allerdings nur etwas für Hörer, die einiges an Geduld mitbringen. Dafür werden sie aber im letzten Drittel des Albums belohnt.


David Neumeier
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.tunecircus.de
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