Gehört und Gesehen - Kraftwerk

14.11.2014Alien To The System

Alien To The System

Kraftwerk

Awesome Kickass Records (2014, CD)

Alien To The System, 2011 gegründet, zählen zu den noch verhältnismäßig neuen und frischen Bands der hannoverschen Metalszene. Relativ schnell hat die Band eine erste EP veröffentlicht, machte sich unter anderem mit Gigs in der Konzertreihe Break Your Face einen Namen und legt nun ihr Debütalbum mit dem Titel „Kraftwerk“ vor, was aber musikalisch keinerlei Nähe zu der weltweit berühmten Düsseldorfer Elektro-Gruppe bietet. Es geht hier eindeutig um Metal.

„Deutscher Metal in tiefsten Frequenzgängen“ beschreiben Alien To The System das Ergebnis ihres Wirkens auf ihrer Facebook-Seite.

Die elf Songs, die das Quartett auf das Album gebracht hat, überzeugen über weite Strecken durch Abwechslung und kompositorischen Ideenreichtum. Stilistisch lässt die Band auf Basis Death-Metal auch weitere Einflüsse aus Metal-Sub-Genres in ihre Musik einfließen, wie hier und da leichte Anklänge an Gothic-oder Mittelalter-Metal.

Thematisch wühlt man vorwiegend in dunklen und düsteren Gefilden, dabei zeigt Sänger und Growler Mike Eisenblätter eine stimmlich große Bandbreite. Dazu bildet die Instrumentenfraktion um Bassist Sven Tepper, Gitarrist Andreas Voskrebenzev und Schlagzeuger Philipp Horst ein richtig dickes Fundament, wie man das im Metal erwartet. Spielerisch sind die Musiker oft recht trickreich und überdurchschnittlich kreativ unterwegs, was sich auch an den durchaus frischen Arrangements mit einigen überraschenden Elementen festmachen lässt.

Die ATTS-Songs tragen Titel wie „Kontrolle“, „Blut“, „Menschenfeind“, „Das zweite Gesicht“ oder „Systemfremd“. Das mag zunächst tief dunkle bis düstere Assoziationen hervorrufen, im Ergebnis klingt die Band dann aber gar nicht so böse oder gar furchterregend. Die Band präsentiert sich hier eher als Team echter Künstler, die Metal mit deutschen Texten als anspruchsvolles Genre zu verstehen scheinen, das man mit ordentlich Esprit auch noch weiterentwickeln kann.

Auf Basis Death-Metal mit ausgewählten anderen Metal-Zutaten haben Alien To The System auf „Kraftwerk“ durchaus einen eigenen Weg eingeschlagen. Hier ist Musik im Allgemeinen und Metal im Speziellen mehr Kunst als nur Härte und Brett.

Im überregionalen oder gar internationalen Kontext ist dieses Album jetzt noch nicht der Oberknaller, aber als Debüt für eine 2011 gegründete Band schon einmal eine echte Ansage, richtungsweisend und insgesamt ein sehr ordentlicher Start.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.facebook.com/alientothesystem
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