Gehört und Gesehen - The Acoustic Sessions

11.07.2014Epitaph

Epitaph

The Acoustic Sessions

inakustik (2014, CD)

Einmal ist immer das erste Mal, lautet eine alte Floskel. Im Fall von Epitaph, einer der wichtigen Krautrockbands der Siebziger, sollten rund 44 Jahre ins Land gehen, bis es zu den Aufnahmen für ein Akustikalbum kam, das Ende Mai 2014 dann auch erschienen ist. Bevor es zur konkreten Planung kam, spielte mehr oder weniger der Zufall eine Rolle, der die im Winter 1969/70 in Dortmund gegründete Band, die aufgrund vieler Aktivitäten und Konzerte gern auch Hannover als zweite Heimat angibt, dazu bewog, einmal den berühmten Stecker zu ziehen.

Epitaph befanden sich 2012 bei den Proben für ein Benefizkonzert in Hannover, als man mit Geiger Tim Reese einige Akustiknummern spielte. Das fühlte sich offenbar so gut an, dass die Band beschloss ein Album in diesem Stil aufzunehmen, schließlich seien ohnehin die meisten Epitaph-Stücke ursprünglich auf Akustikgitarren entstanden.

Hier lässt sich bei vielen Bands auch feststellen, welche Substanz die Songs haben, wenn sie nicht vollverstärkt und voluminös auf die Bühne oder auf Platte gebracht werden. Akustisch kann wenig kaschiert werden, da klingt Musik meist roh und ungeschminkt.

Man kann es vorweg nehmen, das Epitaph mit diesem Akustik-Projekt einen Volltreffer gelandet haben, ihre Songs mit unter anderem zwei schön aufeinander abgestimmten Akustikgitarren, Perkussions, Bass, Geige und Gesang haben auf diesem Album viel Atmosphäre und Tiefgang und verleiten Genre-Fans und Anhänger der Band sicher mehr zum Schwelgen und Träumen als bisher.

Elf Songs aus ihrer langen, von mitunter zahlreichen Besetzungswechseln geprägten Bandkarriere, sind auf „The Acoustic Sessions“ vertreten, spezielle Interpretationen wagen Epitaph auch von Bob Dylan´s „All Along The Watchtower“ und „Villanova Junction“ von Jimi Hendrix. Obendrauf als Bonustracks gibt es noch einen Live-Mitschnitt vom Hannover-Konzert im Capitol 2012 („In Your Eyes“) und einen Radio Edit von „Looking For A Friend“.

Gelungen und angenehm zu hören. Akustisch steht Epitaph gut.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.epitaph-band.de

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