Gehört und Gesehen - The Black Market

11.07.2014Rise Against

Rise Against

The Black Market

Universal Music (2014, CD)

Im Mai sorgten Rise Against für Aufruhr: Auf ihrer Website posteten sie einen Teaser, der auf ein neues Album hindeute und Bruchteile eines potentiellen, neuen Songs anstimmte. Kurz darauf wurde ein weiterer Teaser veröffentlicht sowie die frohe Kunde: Ja, die Band aus Chicago rund um Frontmann Tim McIlrath veröffentlicht nach drei Jahren ein neues Album namens „The Black Market“. Mit „ I Don´t Want To Be Here Anymore“ haben Rise Against bereit im Juni einen ersten Vorgeschmack auf das neue Album gegeben, nun findet heute das komplette Album den Weg zu den Hörern.

Auch auf „The Black Market“ schaffen es Rise Against, mit einigen Hits aufzutrumpfen. Aber mal ganz ehrlich: Etwas anderes erwartet man von dieser Band mittlerweile auch gar nicht mehr. Während die einen den Zeiten von „Revolutions Per Minute“ hinterher trauern, auf dem Rise Against noch deutlich härtere Töne anschlugen, hat der Vierer mit den Nachfolgern mehr und mehr auf Stadionrock gesetzt und somit stellte sich auch der kommerzielle Erfolg ein.

Mit Vorgänger „Endgame“ von 2011, der in Deutschland auf dem ersten Platz der Charts landete, erreichten Rise Against hierzulande Goldstatus – und an diesen Erfolg will die Band auch mit „The Black Market“ anknüpfen, denn auch auf der neuen Platte zeigt die Richtung gen großer Arenen und tausender Fans, die Zeilen wie „We Want It All And We Want It Now“ mitgröhlen, die wohl genau hierfür geschrieben worden sind.

Neben den eingängigen Rock-Hymnen mit Ohrwurmcharakter darf natürlich auch eine Ballade nicht fehlen, denn gerade auch auf diesem Terrain bewegen sich Rise Against in einem sicheren und überzeugenden Umfeld. Untermalt von sanften Streichern bildet „People Live Here“ einen gekonnten Kontrast zu den Vorgängersongs, auch wenn er nicht an Klassiker wie „Swing Life Away“ rankommen.

„The Black Market“ knüpft nahtlos an „Endgame“ an, allerdings ohne dabei langweilig zu werden. Thematisch setzen sich Rise Against mit dem Preis auseinander, den man als Mensch dafür zahlen muss, sich seiner selbst bewusst zu sein – und dass dies ein sehr komplexes Thema ist und eben dieser „Preis“ stark variieren kann, zeigt der Titel, den die Band für das neue Werk gewählt hat.

Wirklich etwas falsch machen können Rise Against nicht, jedenfalls nicht, wenn sie so weitermachen wie bisher. Und das tun sie auf „The Black Market“. Die Songs sind eingängig, haben Ohrwurm- und Mitgröhlcharakter. Rise Against zeigen sich einmal mehr in vollem Glanz, werden „neugewonnene Fans“ wiedermal begeistern und die alteingesessene Szenebasis, die den Zeiten der alten, harten Band Rise Against nachtrauern, wieder nicht vollends in ihren Bann ziehen. Denn dass Rise Against mittlerweile auf Mainstream und große Stadien setzen, lässt sich kaum leugnen.

Trotzdem: Ebenfalls kaum leugnen lässt sich, dass Rise Against zu den heutigen Szenegrößen gehören und herausragende Musiker sind. Und das haben sie auch mit „The Black Market“ wieder einmal unter Beweis gestellt.


Hanna Rühaak
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.riseagainst.com
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