Gehört und Gesehen - Geschichten ohne Versmaß

20.06.2014kollektiv22

kollektiv22

Geschichten ohne Versmaß

intono records (2014, CD)

Musikalisches Ratatouille – jedem Disney-Fan wird hier Rémy vor dem geistigen Auge erscheinen, die kleine graue Maus, die in einem renommierten Pariser Restaurant als Koch agiert und das eben in dem Film namens „Ratatouille“. Alle anderen werden vermutlich denken „Was soll musikalisches Ratatouille sein?“. Die Antwort ist recht simpel: Als musikalisches Ratatouille bezeichnen die sieben Hamburger von kollektiv22 ihre Musik.

Denn kollektiv22 bedienen sich für ihre Werke aus verschiedenen Elementen aus den Genre Folk, Soul, Pop, Reggae, Rock und Hip Hop. Die typische Rockband-Besetzung erweitern die Musiker durch Mandoline, Saxophon und insgesamt drei Frontmännern an den Mikrofonen, die sich alle durch charakterstarke und unterschiedliche Stimmen unterscheiden, sich aber trotzdem im Einklang gegenüberstehen.

Mit „Geschichten ohne Versmaß“ veröffentlichen kollektiv22 ihr erstes Album – kein Wunder, schließlich hat sich die Band erst 2012 gegründet. Doch bei den Bandmitgliedern handelt es sich nicht um unbekannte Gesichter, denn einige der Musiker sind bereits aus Theater, Kino und Fernsehen bekannt.

Ihr erstes Werk haben die Hamburger sowohl im gismo7-Studio bei Paul Grau unter der Sonne Spaniens – um genau zu sein in Granada in Südspanien – aufgenommen, als auch (vermutlich mit etwas weniger Sonne im Nacken) im Institut für Wohlklangforschung in Hannover.

Als Produzenten haben sich kollektiv22 Ralf Meyer ins Boot geholt, der schon mit Stars wie Cro, Clueso, Xavier Naidoo und Fanta4 zusammengearbeitet hat. Und diesen Einfluss hört man der Platte auch an, mehr noch, denn teilweise erinnern die Songs sogar an Künstler wie Xavier Naidoo und könnten auch aus dessen Feder stammen.

Eine Partyband scheint kollektiv22 nicht zu sein – jedenfalls kommt auf dem Album keine Partystimmung auf. Nachdenklich und ruhig gibt sich das Septett auf ihrem Debüt. Ab Song Nummer vier kommt endlich der lang erwartete Schwung in die Platte, fast ein wenig spät.

Ein eher ruhiges Debüt, das man so vermutlich eher nicht erwartet hätte, wenn man die Band nicht bereits im Vorfeld gehört hat, denn mit sieben Musikern könnte mit mehr Party gerechnet werden.


Hanna Rühaak
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.kollektiv22.de
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