Gehört und Gesehen - This Fine Day

20.06.2014The Comets Of Doom

The Comets Of Doom

This Fine Day

Yellow Snake Records / Timezone (2014, CD)

Fünf Freunde müsst ihr sein und auch eine Freundin mitbringen, auf härtere und melodische Rockmusik stehen, gern Bands wie Foo Fighters, Pearl Jam oder Queens Of The Stone Age hören und eine eigene Band gründen, Songs schreiben, proben und dann einfach mal loslegen. So ähnlich könnte man die noch recht neue aus Hannover und der Region stammende Alternative-Rockband The Comets Of Doom beschreiben, die jüngst ihr Debütalbum „This Fine Day“ veröffentlicht hat.

Der gute alte Hannover-Gitarren-Heavy-Rock mit leicht alternativem Einschlag bestimmt das Album. Unkompliziert und geradlinig klingen The Comets Of Doom mit ihren zwölf Songs, mit denen sich die Band von Begriffen modern oder gar hip durchaus distanziert.

Sie pflegen ihre Musikerfreundschaft und Rocktraditionen, spielen die Musik, mit der sie vermutlich groß geworden sind und an der sie Spaß haben. Knallhart bis rasiermesserscharf verzerrte Breitwand-Rockgitarren, die in leiseren Momenten auch mal clean zupfen dürfen, dominieren den Sound. Untenrum gibt es von Bass und Schlagzeug eine einfache Begleitung und obenrum darf sich Sänger Martin Wendt stimmlich mal mehr, mal weniger intensiv, aber immer engagiert austoben. Das ist schlüssig, das passt, das ist alte Rockschule.

The Comets Of Doom liefern über ihren harten Straight-Rock kernige Riffs und zuweilen schöne, eingängige Melodien und wenn die Zeichen auf Gitarrensolo stehen, dann geht es mitunter so wieselflink zur Sache, dass es einem bei genauerem Hinhören schon schwindelig werden kann.

Trendunabhänger Alternative-Rock, der zuweilen in Richtung Melodic-Metal spielt und manchmal sogar in Achtziger-Melodic-Rock-Gefilden umherstreift. Für einige Gesänge hat sich die Band mit Melanie von Holten verstärkt, deren Stimme zwar meist stark im Hintergrund zu hören ist, Songs und Band aber durchaus gut zu Gesicht steht.

„This Fine Day“ ist wohl das, was man gemeinhin als „ehrlichen“ Rock bezeichnet, schnörkellos, aber auch mit einigen spielerischen Finessen versehen. Überwiegend etwas grob und manchmal auch rumpelig, aber was hier zählt und auch rüberkommt, ist der Spaß und der Enthusiasmus, mit ein paar Freunden, die sich seit Jahren aus der Musikszene Hannovers und der Region kennen, etwas musikalisch auf die Beine zu stellen. Größere Ambitionen deuten sich mit dieser Platte nicht an, sie ist recht einfach gestrickt und insgesamt eine okaye und solide Sache mit keinen großen Ausschlägen nach oben oder unten.


Andreas Haug
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.facebook.com/CometsOfDoom
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite