Gehört und Gesehen - After Prime Revolution

25.04.2014One Strike Left

One Strike Left

After Prime Revolution

Eigenproduktion (2014, CD)

Die hannoversche Hardcore/Punk-Rock-Band One Strike Left ist eine Konstante in der Szene, gleichzeitig aber auch eine Variable. Konstant deshalb, weil die Band im Kern seit rund acht Jahren fleißig und unermüdlich über Club-und Festivalbühnen tobt, EPs veröffentlicht und konsequent und mit augenscheinlich sehr viel Herzblut und Liebe ihr Ding durchzieht.

Zwischenzeitliche Ausstiege von einzelnen Mitgliedern, Umbesetzungen -die Variablen also- und hier und da kleinere Rückschläge konnten One Strike Left nie ernsthaft in die Knie zwingen, es ging immer irgendwie weiter und so gibt es jetzt im Jahr 2014 das Album „After Prime Time Revolution“ auf dem das Quintett in gewohnter Weise mit Druck, Spielfreude und hörbarer Leidenschaft ihre elf Songs präsentiert, die über einige Strecken richtig Spaß machen.

One Strike Left haben ihren ganz eigenen Dreh gefunden, melodischen Punk-Rock mit zahlreichen griffigen Hooks, knalligen Hardcore und auch Rock´n´Roll zu einem durchaus eigenen Sound zu kombinieren. „After Prime Time Revolution“ ist eine Platte, die mit ansprechendem Songwriting und teilweise pfiffigen Arrangements auch die Hörer interessieren dürfte, die von den Stereotypen, die eine seit längerem unübersichtliche Anzahl von ähnlichen Bands bis zum Geht-nicht-mehr strapaziert, latent ermüdet und genervt sind.

Die Hannoveraner klingen auf diesem Album ungeschminkt, schmutzig, rotzig und nach Punk-Rock-Kellerbühne, spielen viele Ideen aus, sorgen hier und da für Abwechslung, wenn sie auch das Rad nicht neu erfinden.

In dieser einfachen und direkten Form, heißt auch ohne aufgeblasenen Hauptsache-Fett-Hochglanzproduktionsstandard, können Band und Album für Hörer, die im Zusammenhang mit Bands gern Begriffe wie Bodenständigkeit und Glaubwürdigkeit bemühen, fast schon als Lichtblick gelten, wenigstens in der lokalen und regionalen Szene.

Ein Haken offenbart sich aber dennoch des Öfteren. Den Gesängen fehlt es in den tendenziell cleanen Parts bei einigen Songs an Kraft und Präzision. Da schleichen sich dann auch mal ziemlich schief klingende Töne ein, was den ansonsten ordentlichen Gesamteindruck des Albums doch schon etwas schmälert. Das geht dann auch unter dem Aspekt „ist halt Punk-Rock“ so eigentlich nicht mehr ganz in Ordnung, außer vielleicht bei Punk-Rock in seiner ganz ursprünglichen Form.


Andreas Haug
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.onestrikeleft.de

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
One Strike Left - Matches & Kerosene (2011)
One Strike Left - Welcome To The Bleeding Season (2007)
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite