Gehört und Gesehen - Hooray For Love

25.04.2014Curtis Stigers

Curtis Stigers

Hooray For Love

Concord Music Group / Universal (2014, CD)

Curtis Stigers, der Name des US-amerikanischen Sängers und Saxophonisten war vor allem Anfang der 1990er-Jahre beinahe schon omnipräsent. Dafür verantwortlich waren nicht zuletzt Pop-Soul-Hits wie „I Wonder Why“ oder „Your´re All That Matters To Me“ und das Debütalbum. Alles mit guten, oft sehr hohen Chartplatzierungen. Teilweise schmachtend und mit markantem Saxophonspiel konnte man Stigers und seine Musik auf eigentlich jeder Radiostation hören. Anno 2014 besinnt sich Curtis Stigers darauf, womit er ursprünglich einmal musikalisch gestartet war: Mit Jazz, in diesem Fall in seiner entspannter und gut durchhörbaren Variante.

Der Titel des neuen Albums „Hooray For Love“ ist gleichzeitig so etwas wie Programm. Curtis Stigers sei frisch verliebt, erklärt die beiliegende Medieninformation und diesen Zustand habe er zum Leitthema der Platte gemacht, heißt es weiter.

Mit der Bandbesetzung bestehend aus Schlagzeug, Bass, Gitarre, Piano, Trompete und Gastsängerin Cyrille Aimée hat Curtis Stigers, der selbst zuweilen zum Tenorsaxophon greift, eine sehr runde und ansprechende Platte eingespielt. Oberflächlich betrachtet mag Jazz besonders Pop-Hörern oftmals als sperrig vorgkommen, „Hooray For Love“ schafft mit den elf Titeln genau den Mittelweg zwischen anspruchsvollen Kompositionen und Arrangements und tendenziell seichter Easy-Listening-Unterhaltung, die bei Stigers bislang gewohnter sehr kommerzieller Ausrichtung ein wenig zu befürchten war.

Neudeutsch würde man die Musik auf diesem Album über weite Strecken wohl als „chillig“ einstufen und auch wenn Stigers und Bands dann und wann locker swingend das Tempo anziehen, so ist die Platte in erster Linie ein entspannendes, unanstrengendes Hörvergnügen. Curtis Stigers präsentiert sich als sehr guter und feinfühlig-variabler Sänger. Neben eigenen Songs interpretiert der Musiker Fremdkompositionen von unter anderem George Gershwin, Jerome Kern oder auch ein Stück des texanischen Songwriters Steve Earle.

Alles ist in ein angenehm warmes Retrosound-Gewand gepackt. Es fühlt sich analog und nach spätnachts an, wenn man diese Musik hört, der man auch sehr gut nachhängen kann, wenn man das mag. Eine Platte für Nächte, die man durchmacht und am frühen Morgen noch gut gelaunt gestimmt ist.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.curtisstigers.com
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite