Gehört und Gesehen - Pursuance

25.04.2014Only Crime

Only Crime

Pursuance

Rise Records (2014, CD)

Eine Supergroup der ganz frühen Stunde: Bei Namen wie Bane, Converge, Good Riddance, Black Flag, All, Descendents und Modern Life is War wird man als Punkrock-/Hardcore-Fan hellhörig – immerhin handelt es sich um wirkliche Genre-Größen. Und aus eben diesen Größen formierte sich bereits 2002 die neue Band Only Crime, die angesichts ihrer Leistung und ihres Alters keinesfalls nur ein Nebenprojekt ist (zumal einige Mitglieder gar nicht mehr in den Bands spielen). Mit „Pursuance“ veröffentlicht das US-amerikanische Quintett ihr drittes Album.

„Pursuance“ – „Beharrlichkeit“. Kein Wort, das man besonders oft in den Mund nimmt. Doch dass Only Crime ihr Album auf diesen Namen tauften, hat natürlich auch einen Grund: „Dieses Album ist definitiv ein Liebeskind für uns“, erzählt Sänger Russ Rankin. „Wir mussten so viele Hindernisse überwinden und Verspätungen hinnehmen, um das alles zu schaffen. Deshalb habe ich mich beim Titel für das Thema der Beharrlichkeit entschieden. Es hat mir gefallen, dass „Pursuance“ kein alltägliches Wort ist und ich fand, dass es eines der zentralen Themen des Albums zusammenfasst.“

In ihrer Musik huldigt der Fünfer dem Oldschool Punkrock und Hardcore und besinnt sich auf seine Wurzeln. Mit Russ Rankin, auch bekannt als Frontmann der Punkband Good Riddance, haben Only Crime einen sehr guten und einprägsamen Sänger, der auf kratzigen Punkrocksound trifft.

In den Texten zieht die Band Resumees über das Leben an sich, das Dasein außerhalb gesellschaftlicher Normen und Träume, die nie wahr geworden sind. Das bietet natürlich viel Stoff, im Fall Only Crime Material für ganze 12 Songs.

Nach einer gemeinsamen Tour 2002 von Bane und Good Riddance beschlossen Russ Rankin und Aaron Dalbec, Only Crime zu gründen und holten für dieses Vorhaben Black Flag- und Descendents-Drummer Bill Stevenson ins Boot. Auch Modern Life Is War-Gitarrist Matt Hoffman konnte für das Projekt begeistert werden, ebenso Bassist Dan Kelly.

Mit „Pursuance“ bringen Only Crime ihr drittes Werk auf den Markt. Angesichts der 12-jährigen Bandgeschichte eine recht kleine Diskographie, aber es gibt ja auch keinen Grund zur Eile. Die großen Erfolge haben Only Crime mit ihren anderen Bands bereits gefeiert, so soll diese Band vermutlich in erster Linie Spaß bringen – obwohl auch „Pursuance“ durchaus das Zeug zu Großem hat.


Hanna Rühaak
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
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