Gehört und Gesehen - Diploid Love

18.04.2014Brody Dalle

Brody Dalle

Diploid Love

Caroline (2014, CD)

Die Erwartungen an eine Brody Dalle sind groß. Dürfen sie aber auch sein, schließlich gehört die heute 35-Jährige zu den Größen der Punkszene, war sie doch Frontfrau der legendären Punkbands The Distillers und Spinnerette. Mit „Diploid Love“ bringt die Australierin Ihre erste Soloplatte raus und zeigt sich von einer ganz neuen Seite.

Hier mit Sprüchen à la „Brody Dalle ist erwachsen geworden“ zu kommen, wäre anmaßend – schließlich ist die ehemalige The Distillers-Röhre mittlerweile 35 Jahre alt, hat zwei Kinder und ist mit Queens Of The Stoneage-Frontmann Josh Homme verheiratet. Natürlich ist sie erwachsen geworden, wie auch ihre Fans mit ihr älter geworden sind.

Aber älter auch gleichzusetzen mit ruhiger ist natürlich auch Quatsch. Im Falle Brody Dalle allerdings nicht. Während sie einem alte Distillers-Hits wie „City Of Angels“ oder „Drain The Blood“ so wunderbar vor die Füße rotzt und dabei vor Charme sprüht, dass man gar nicht anders kann, als sie zu lieben, zeigt sie sich auf ihrem neuen Album bodenständiger.

Brody Dalle ist eine große Musikerin – keine Frage. Doch die Erwartungen waren hoch – vielleicht sogar zu hoch, sodass der Zenit nur schwer bis unmöglich erreichbar war. Dass „Diploid Love“ kein zweites „Sing Sing Death House“ ist, sollte klar sein, doch ein bisschen mehr von dem altgewohnten, rotzigen Punk hätte es – passend zu dem charakteristischen Organ Brody Dalle´s – dann doch sein können.


Hanna Rühaak
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.brodydalle.com
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