Gehört und Gesehen - Within

14.03.2014The Weyers

The Weyers

Within

Weyerworks / D & A / Rough Trade (2014, CD)

„The Weyers sind hot“ war im Vorfeld der Veröffentlichung des Debütalbums des Schweizer Rock-Duos aus Promoter-Kreisen und Szene-Insider zu hören. Bei solchen Aussagen empfiehlt sich meist zunächst eine gesunde Distanz. Was die Band um die Brüder Adi und Luke Weyermann auf „Within“ an Songs, Sounds, Groove und Gefühl anbieten ist aber in der Tat sehr beachtenswert.

Live sind The Weyers nur mit Schlagzeug und Gitarre unterwegs, auf der Studioproduktion finden sich hier und da noch einige Auffrischer wie Akustik-Gitarre, dezente elektronische Beats und auch mal Streicher. Alles sparsam und ungeheuer effektiv eingesetzt. Schon zu zweit klingen The Weyers nach dem, was im Musikfan-Jargon gern als „fett“ bezeichnet wird.

Musikalisch bedienen sich Adi und Luke was die Inspirationen für das Songwriting angeht, aus dem reichhaltigen Fundus der letzten gut 40 Jahre Rockmusik. Alles mal auf sich wirken lassen und daraus dann was Eigenes machen, so scheint die Devise der Band zu sein.

Im Opener gibt es leicht melancholischen Sixties Folk-Pop-Rock-Retro, das folgende „Kali“, ein grooviger, rauer bis schmutziger Riff-Rocker könnte als guter Tanzflächen-Füller alternativer Rock-Diskotheken taugen, mit „True Love Is A Construction Site“ wird als Track Vier gleich ein echter Ohrwurm serviert. Zuvor kann man sich von dem schlicht-schönen „The Heart Of All Things“ mitnehmen lassen, sofern man mag und speziell dort kommen Fans von kompromisslos und punktgenau gesetzen Gitarrensoli Marke Prog-/Psychedelic-Rock auf ihre Kosten.

The Weyers klingen frisch, inspiriert und kraftvoll. „Within“ ist eine Platte ohne Durchhänger, fast ein Höhepunkt jagt den anderen, trotz, oder gerade auch wegen des Facettenreichtums. Die Brüder Weyermann präsentieren sich hier als außerordentlich gute Songwriter, die Arrangements sind luftig und griffig und kommen ohne jeglichen Ballast aus. Geradeaus, einfach gehalten, Musik wie direkt aus dem Herzen und aus dem Bauch. So, wie man sich eine Rockband im ursprünglichen Sinn eigentlich vorstellt.

Mit Songs wie dem dunklen Rocker „Time Waits“ erinnern The Weyers entfernt an große Rockbands wie Led Zeppelin, die erste Single-Auskopplung „Julia“ kommt in lockerem und trockenem mid-tempo- Gitarrengroove daher, ein kleines bisschen wie einst „Mr.Jones“ von den Counting Crows.

Ein aufgeräumtes, direktes, knackiges Rockalbum einer sehr vielversprechenden Band. Sehr empfehlenswert!


Andreas Haug
(9 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.the-weyers.com
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