Gehört und Gesehen - Man On The Rocks

14.03.2014Mike Oldfield

Mike Oldfield

Man On The Rocks

Virgin / Universal Music (2014, 2CD)

Es gibt neue Musik von Mike Oldfield und dieses Mal widmet sich der facettenreiche Komponist und Multiinstrumentalist ganz dem Thema Pop, Folk-Pop und Rock, verpackt in elf schlüssigen und kompakten, meist sehr melodiösen Songs. Den Gesang auf „Man Of The Rocks“ übernahm Luke Spillner von der Band Struts, instrumentell wirkten hochkarätige, teils seit Jahrzehnten in der Studio-und Live-Szene arrivierte Musiker wie Bassist Leland Sklar (u.a. Toto, Phil Collins, James Taylor, Crosby, Stills & Nash), Schlagzeuger John Robinson (u.a. Michael Jackson, Eric Clapton, Daft Punk) mit.

Produziert wurde auf den Bahamas und schaut man sich die Booklet-Fotos des Albums an und hört dazu die Songs, dann vermittelt sich schnell der Eindruck, dass Mike Oldfield & Co. die Musik in schöner, sonniger und warmer Umgebung realisiert haben, wo das Lebensgefühl ein etwas anderes ist, als in zuweilen rauen und lauten Großstadtmetropolen.

Fans von harmonisch, locker-flockigem Ohrwurm Pop à la „Moonlight Shadow“, einem Mega-Hit aus dem Jahr 1983, kommen gleich mit dem Opener „Sailing“ voll auf ihre Kosten. Ein einfacher hochmelodiöser mid-tempo Folk-Pop-Song zum Mitsingen und Mitschunkeln, der schon etwas an gut gelaunten Schlager erinnert und direkt ins Ohr geht und unmissverständlich den Sommer einläutet. Auch die weiteren Kompositionen kommen locker und leicht beschwingt daher, mal etwas mit irischen Folk-Elementen, mal zeitlos melodisch angerockt.

Mike Oldfield, der Anfang und Mitte der 1970er-Jahre durch Meilensteine anspruchsvoller, vetrackter und teils experimenteller Musik wie auf „Tubular Bells“ oder „Omadawn“ für weltweit großes Aufsehen sorgte, braucht heutzutage künstlerisch wohl niemandem mehr etwas beweisen. Man mag die Musik auf „Man On The Rocks“ als sehr einfach, schlicht oder gar trivial empfinden, letztlich dürfte sie Freunde von eingängigem Gute-Laune-Folk-Pop, wie er auch vorzüglich im Radio laufen könnte, überzeugen bis begeistern.

Alles mehr oder weniger sonnig und „easy going“, wie sich wohl viele das Drumherum auf den Bahamas vorstellen. Obendrauf gibt es auf CD 2 alle Songs in Instrumentalversionen. Ob das „richtig schön“ oder „beliebig“ ist, dürfen die Hörer entscheiden. Beides mag zutreffen.


Andreas Haug
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.mikeoldfieldofficial.com

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Mike Oldfield - The Best Of: 1992-2003 (2015)
Mike Oldfield - Two Sides - The Very Best Of (2012)
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite