Gehört und Gesehen - As Far As I Can See

14.02.2014Matt Schofield

Matt Schofield

As Far As I Can See

Provogue Rec./Mascot Label Group/Rough Trade (2014, CD)

Mit Blues und seinen unterschiedlichen Spielarten haben sich schon Generationen von Musikern beschäftigt. Eigentlich -so meint man- ist hier schon jeder Ton gespielt und gesungen. Dann und wann tauchen neue Gitarristen auf, die dem Genre ein neues Leben einhauchen und mit besonderen instrumentellen Fähigkeiten zu begeistern vermögen, wie etwa in den letzten Jahren ein Joe Bonamassa, die den Blues wieder bei einem breiteren Publikum populär machen.

Der 36-jährige britische Gitarrist, Sänger, Songschreiber und Komponist Matt Schofield ist in diesem Zusammhang schon mindestens in einem Atemzug zu nennen. Auf seinem neuen, mittlerweile fünften Studioalbum „Far As I Can See“, zeigt der vielfach prämierte und hochangesehene Musiker, wie man dem Blues auf traditioneller Basis anno 2014 ordentlich Feuer geben kann.

Die elf Songs auf „Far As I Can See“ versprühen ein gewisses Sixties-Flair, ob Slow-Blues, Swing-Blues oder jazzig-rockig gefärbter Blues: Mit einer spielfreudig zu Werke gehenden Band, in der auch eine Hammond-Orgel häufiger im Vordergrund zu hören ist und zuweilen trocken akzentuierte Bläser der Musik dezent die gewisse Portion mehr Würze geben, überzeugt Schofield auf der ganzen Linie. Wenn man schon nichts Neues erfinden kann, dann hat man aber die Möglichkeit, Traditionelles mit besonders viel Leidenschaft aufzupeppen, so, wie hier Matt Schofield.

Das Guitarist Magazine hat ihn als „Großbritanniens gegenwärtig besten Blues-Gitarristen bezeichnet, „allen anderen weit überlegen“, befindet die LA-Times, während das Vintage Guitar Magazine urteilt: „Der beste europäische Bluesmusiker seiner Generation“.

Matt Schofield auf diesem Album zuzuhören, dürfte jedem der Blues-Gitarre liebt, einige prächtige Erlebnisse bescheren. Ob Riffs oder Soli- Schofield spielt variantenreich, bietet unterschiedliche Sounds an und obwohl er technisch außerordentlich versiert ist, vergisst er nie das Gefühl im Spiel, bietet geschickt-geschmackvoll in Szene gesetzte Soli an, immer leicht schmutzig, rau und bissig.

„Far As I Can See“ ist als Album gut geeignet, den Blues wiederzuentdecken oder erst für sich zu finden. Wer bislang der Meinung war, in der neueren Bluesgitarristen-Szene wäre Joe Bonamassa das Maß aller Dinge, der wird diese Einschätzung mit dieser Matt-Schofield-Platte möglicherweise relativieren oder gar revidieren. Die elf Songs und Schofields Gitarre, grooven, kratzen, beißen oder umschmeicheln den Hörer. Ein Album voller lebendiger Musik, das richtig viel Spaß bereiten kann.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.mattschofield.com
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