Gehört und Gesehen - Karambo, Karacho

11.01.2014Die Therapeuten

Die Therapeuten

Karambo, Karacho

Lava Jam (2014, CD)

Scheint, als würden Die Therapeuten auf den Heino-Zug aufspringen wollen, covern hierfür auf ihrer neuen Platte „Karamba, Karacho“ Schlagerhits und versprechen, diese in einen Punk- und Rockmantel zu hüllen. So ganz vermag das aber nicht zu funktionieren, den prägnanten Volksmusikcharakter kann man nicht so einfach wegzaubern.

„Karamba, Karacho“ ist das erste Album der Therapeuten, so scheint die Vermutung, tatsächlich den Anti-Heino heraushängen zu lassen, gar nicht so skurril. Der nötige Charme bleibt auf der Platte aber irgendwie aus, der versprochene Punkrock kommt nicht durch.

Lediglich stimmlich erinnern Die Therapeuten aus Paderborn stellenweise stark an Die Toten Hosen oder Die Ärzte, musikalisch könnte die Musik auch auf dem Ballermann stattfinden, ohne groß für Aufsehen zu sorgen.

Oder in der Dorfkneipe nebenan, in der sich spätestens um 22.00 Uhr die Betrunkenen in den Armen liegen und dann wohl auch bei Songs wie „Blau blüht der Enzian“ und „Komm in meinen Wigwam“ mitgröhlen.

Dass Bands Songs aus anderen Genres covern, um ihnen ihren eigenen Stempel aufzudrücken, ist bei Weitem keine Seltenheit. 98 % der Bands dieser Welt werden mindestens einen Coversong im Repertoire haben. Aber muss für so etwas gleich ein ganzes Album aufgenommen werden? Dass der Ansatz zwiespältig aufgenommen wird, hat Heino bereits gezeigt, doch den Volkmusiksongs eine „wahre Rockkur“ zu verpassen, ist nicht wirklich gelungen.

Was bei Heino noch für Furore sorgte wirkt hier eher lauwarm aufgewärmt. Diese CD tut in Punkrockohren eher weh und kann den Kultcharakter nicht überspringen lassen. Das Cover der CD sowie das Inlett machen jedenfalls deutlich mehr Spaß als die Musik.


Hanna Rühaak
(5 / 10 Pkt.)

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