Gehört und Gesehen - Der Uhrwerkmann

06.12.2013Obsidian Chamber

Obsidian Chamber

Der Uhrwerkmann

Terrasound Records (2013, CD)

Obsidian Chamber ist eine vor zehn Jahren gegründete Symphonic-Extreme-Metalband aus Wien, die sich vormals schwerpunktmäßig im Genre Black Metal austobte. Death-und Black-Metal-Einflüsse sind dennoch auf ihrem in der zweiten Oktoberhälfte erschienenen neuen Album „Der Uhrwerkmann“ weiter vorhanden. Härte, ein irrsinniges Tempo, melodische Parts, hart rollende und düster grollende Gesänge sind charakteristisch für „Der Uhrwerkmann“.

Ebenso die nicht immer ganz ideal verständlichen Texte, die man aber im Booklet nachverfolgen kann, vorausgesetzt, man traut sich das, hat starke Nerven oder einen besonderen Sinn für Humor.

Da wird zu heftigem, super-schnellem Metal-Brett tief in dunkelsten Phantasien gewühlt und auch nicht Appetitanregendes thematisiert. Besondere Formen von Begierde hier, Ansätze von Kannibalismus da – das Durchhören des Albums kann schon einem nächtlichen Spaziergang durch ein Horrorhaus, inklusive Keller gleichen.

Songtitel wie „Eimerknecht“, „Dienerin“, „Hunger“ oder „Der Schleimgeborene“ wecken Assoziationen die kaum im Zusammenhang mit fröhlicher Musik zum Kindergeburtstag stehen.

Obsidian Chamber scheinen aber nicht wirklich böse zu sein, wie man die Protagonisten in dem seitens der Plattenfirma -so wie es der Vorspann- angekündigt, „mit Ekel präsentiertem“ Video zu „Hunger“ kennenlernt. Die Form von blutigem, extremen Düstermetal, in dem der Sänger einen offensichtlich multi-komplex-pervertierten Kannibalen mimt, geht schon deutlich in Richtung lustiger Horror und Genre-Persiflage. Da hatten die Special-Effect-Cracks wohl einiges zu tun.

Dass die fünf Symphonic-Extrem-Metaller dann noch den „Erlkönig“ auf ihre spezielle Weise herunterdreschen, sei nur am Rande erwähnt.

Man kann die Platte gut finden, man kann sich vor ihr fürchten, gönnen möchte man Obsidian Chamber unter anderem irgendwann einmal eine Rolle in der beliebten Trickserie „Die Simpsons“, wo schon viele berühmte Musiker und Bands auftraten. Wetten, dass Bart Simpson Fan wäre?


Andreas Haug
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.obsidianchamber.com
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