Gehört und Gesehen - Eric Claptons Crossroads Festival 2013

28.11.2013Diverse Künstler

Diverse Künstler

Eric Claptons Crossroads Festival 2013

Rhino Records / Warner Music Entertainment (2013, 2DVD)

Im Abstand von drei Jahren organisiert Blues-Gitarren-Meister Eric Clapton das „Crossroads Guitar Festival“, auf dem er selbst spielt, vor allem aber eine viele Musiker und Bands einlädt, die kurze Sets spielen und sich darüber hinaus von der Besetzung auf der Bühne mischen, was dem Ganzen hier und da auch einen gewissen Allstar-Session-Charakter verleiht.

Das Augenmerk liegt hier vor allem auf Gitarristen der jüngeren und reiferen Generation, die meisten davon haben mindestens weltweites Renommee, wenn nicht Legendenstatus. Ziel der „Crossroads“-Konzerte ist es, Spenden für das Behandlungs-und Ausbildungszentrum Crossroads auf Antigua zu sammeln.

In der Regel als Open-Air-Konzert aufgezogen, fand das „Crossroads Guitar Festival“ im April diesen Jahres erstmals an zwei Abenden in der berühmten Arena Madison Square Garden in New York statt.

Auf der aktuellen Doppel-DVD finden sich insgesamt 45 Songs, darunter viele Klassiker in neu arrangierten Fassungen, was nicht zuletzt den speziellen Bandbesetzungen und special-Artist-Features geschuldet ist, die diesen Songs aber meist eine ganz besondere „Crossroads Festival“-Note verleihen. Nicht selten stehen vier hochkarätige Gitarristen gleichzeitig auf der Bühne wie etwa bei „Everyday I Have The Blues“ wo Robert Cray und seine Band musikalisch gemeinsame Sache mit B.B. King, Eric Clapton und Jimmie Vaughan machen.

Des Weiteren gibt es hier live-musikalische Kollaborationen von unter anderem Eric Clapton und Andy Fairweather Low, John Mayer und Keith Urban, Jeff Beck und Beth Hart, Eric Clapton und Robbie Robertson und später auch mit Keith Richards, Taj Mahal und Keb´Mo´, Sonny Landreth und Derek Trucks sowie Vince Gill und Albert Lee.

Zu hören gibt es viel Blues, Blues-Rock, folkig-soulig bluesige Songs, zu sehen jede Menge edle Vintage-Gitarren, Kofferverstärker und Bodeneffektgeräte, Musikerpersönlichkeiten mit immenser Ausstrahlung und Spielgefühl. Diess alles wurde für den Konzertfilm auf besondere Weise eingefangen. Man fühlt sich als Zuschauer mittendrin im Geschehen, teilweise gibt es Szenen, da wähnt man sich unter den Musikern auf der Bühne, vorn in der ersten Reihe oder direkt hinter der Bühne. Eindrucksvolle Porträt-Studien gibt es genauso wie Kameraeinstellungen in denen die Interaktionen der Musikerinnen und Musiker für den Zuschauer fast spürbar werden.

Man fühlt sich manchmal fast an den Konzertfilm zu „The Last Waltz“ dem Abschiedskonzert von The Band aus Mitte der Siebziger erinnert und ein gewisses, gelassenes Siebziger-Flair versprühen die DVDs was den Sound der Musiker und viele perspektivische Kameraeinstellungen angeht. Wäre da nicht die große Videowand hinter der Bühne und die reifen Gesichter der legendären Gitarristen, könnte man glatt glauben, hier würde das „Crossroads Guitar Festival“ der Jahre 1974 oder 1975 laufen.

Dennoch ist das auf der Bühne Gebotene keinesfalls veraltet oder staubig, was diese mitunter virtuosen Vollblutmusiker mit ihren ureigenen Gitarrentönen und -sounds in verschiedenen Bandbesetzungen präsentieren, ist vielfach äußerst beeindruckend. Sehr empfehlenswert!


Andreas Haug
(9 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.crossroadsguitarfestival.com

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