Gehört und Gesehen - Building

28.11.2013Building The Building

Building The Building

Building

Clouds Hill /Rough Trade (2013, 2CD)

Eine Band, ein Album, zwei CDs. Eigentlich nichts außergewöhnliches, eine Doppel-CD eben. Aber gerade das ist das neue Album von The Building aus Hamburg dann doch irgendwie nicht. Die CDs werden unter dem Oberbegriff „Building“ veröffentlicht, die beiden CDs teilen sich auf in „Building“ Part 1 Clouds Hill und “Building” Part 2 Questions & Answers und erscheinen in zwei Variationen. Was genau dahintersteckt wird nicht so schnell klar, aber das ist wohl auch genau Sinn der Sache.

Zwei Alben mit denselben Meta-Songs – aufmerksame Zeitgenossen werden schnell überblickt haben, dass beide Alben Songs mit gleichen Titeln enthalten, doch die Songs unterscheiden sich untereinander.

So wird auf „Clouds Hill“, also Part 1 von 2, eher die Rockfahne hochgehalten, auf „Questions & Answers“, also Part 2 von 2, übernehmen Elektro-Elemente zunehmend die Überhand. Immer dabei: eine sanfte, sehr angenehme Stimme, die auch der monotonsten und geradezu langweiligsten Melodie eine wohltuende Note verleiht. Auch die Stimme der Sängerin ist schön anzuhören und geleitet einen durch die Songs.

Bei der neusten Veröffentlichung von The Building geht es vermutlich darum, die Kunst der Musik auf eine andere Art und Weise zu kommunizieren. Wie ein paar verrückte Kunst- und/oder Designstudenten, die „noch wirklich etwas bewegen“ und mal „etwas ganz verrücktes machen“ wollen.

Generell scheint die Inszenierung einen großen Teil bei The Building einzunehmen. Denn der erste Auftritt gestaltete sich wie folgt: In der Mitte eines Raumes standen die Instrumente und zwei alte Fotostudio-Lampen. Zehn Minuten vor dem Auftritt erlischt das Licht im Raum und die Fotostudio-Lampen werden angeknipst.

Als das Trio die Bühne betritt, erntet es tosenden Applaus, ohne einen Ton gespielt zu haben. Wird dieses Phänomen in der Presseinfo der Bühneninszenierung zugeschrieben, ist es eigentlich bei Konzerten üblich, die Künstler mit Applaus zu begrüßen.

Das Album ist ein komplett durchdachtes Gesamtkunstwerk, wirkt verwirrend auf den Hörer und lässt viel Platz für eigenes Interpretationspotenzial. Ob das gleich als große Kunst gewertet werden sollte, bleibt jedem selbst überlassen, denn teilweise klingt die Platte, als wäre ein wenig über das Ziel hinausgeschossen worden.


Hanna Rühaak
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.thebuilding.de
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