Gehört und Gesehen - State Of Disgrace

14.11.2013Corroded

Corroded

State Of Disgrace

Ninetone Records (2013, CD)

Die schwedische Band Corroded stammt aus einem 3000-Seelen-Ort – und gehört zu den angesagtesten Heavy Rock-Bands in ihrem Land. Dennoch zeigt sich Sänger Jens Westin bescheiden und bezeichnet sich selbst als „eine Art professionellen Musiker“. Dabei erreichten sie mit ihren bisherigen drei Alben die Top 10 der schwedischen Charts. Jetzt steht das Quintett mit ihrem vierten Album „State of Disgrace“ in den Startlöchern.

Die fünf Schweden setzen auf die 70er, vielmehr auf Heavy Rock von Bands wie Black Sabbath. Doch diesen Sound paaren sie mit modernen Klängen, aber nicht etwa – wie manch einer befürchten könnte – mit Synthesizer sondern eher Tönen Richtung Soundgarden, die den Grunge in den 90ern prägten.

Schon mit ihrer Single „Time And Again“ von ihrem Debütalbum „Eleven Shades Of Grey“ feiern sie großen Erfolg, denn das Lied wurde 2009 zum Titelsong der TV-Realityshow „Survivor“ ausgewählt. „Wir versuchen, das Beste aus Alt und Neu zusammenzubringen“, so Jens Westin über den Sound. Wichtig sei der Sinn für Melodien, aber ein Abdriften ins Poppige kommt nicht in Frage.

Musikalisch gelingt Corroded das auch eigentlich ganz gut – wäre nur die Stimme nicht teilweise so verzerrt, dass sie wie ein Roboter in einem Arnold Schwarzennegger-Film. Das klingt nicht nur seltsam sondern auch nach komischem Akzent. Da hilft auch kein spitzer, metaltypischer Schrei, um dem Song mehr Druck zu verleihen oder Gangvocals, die nicht so recht an Druck gewinnen vermögen.

Auf State Of Disgrace muten durchaus gute Melodien und teils starke Gesangslinien noch deutlich mehr Potenzial an, als auf diesem Album genutzt. Und obwohl es sich hier um das vierte Album handelt, besteht noch Luft nach oben.


Hanna Rühaak
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.ninetone.com/images/stories/CorrodedSC
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