Gehört und Gesehen - Too Weird To Live, Too Rare To Die!

10.10.2013Panic! At The Disco

Panic! At The Disco

Too Weird To Live, Too Rare To Die!

Atlantic (2013, CD)

Panic! At The Disco sind zurück! Brachten sie mit ihrem Debüt “A Fever You Can´t Sweat Out“ noch 13-jährige Teenies zum Kreischen, scheint das Quartett erwachsen geworden zu sein. Oder sich zumindest dem momentanen Mainstream angepasst zu haben. 2005 waren sie noch innovativ, kreativ und außergewöhnlich, mittlerweile haben sie sich der heutigen Musikindustrie doch deutlich angepasst – auch wenn das Eine das Andere nicht zwangsweise ausschließen muss.

Laut, elektronisch, glitzern: Dass Panic! At The Disco in Las Vegas aufgewachsen sind, ist dem Album anzuhören. Mit „Too Weird To Live, Too Rare To Die!” zollen die US-Amerikaner ihrer Heimatstadt das erste Mal Tribut.

Die teils wilden Synthieklänge erinnern tatsächlich an Spielautomaten, wie sie wohl auch in Las Vegas in den Spielhallen stehen und mit ihren fröhlichen Tönen versuchen die Spieler anzulocken und ihnen möglichst viele Dollar aus der Tasche zu ziehen.

Wie schon bei den Alben zuvor schaffen es Panic! At The Disco nicht ganz, den Charme ihres Debüts noch einmal aufleben zu lassen. Lediglich die Stimme von Frontmann Brendon Urie erinnert noch an die Anfangszeiten, denn mit seiner außergewöhnlichen Stimme gewinnt er stark an Wiedererkennungswert.

Leider wird seine Stimme teilweise stark verzerrt, der elektronische Einfluss macht sich deutlich bemerkbar. Wie bei den meisten Bands heutzutage. Wenn sogar schon die Metalheads KoRn anfangen, Elektroparts in ihre Musik einzubauen, scheint dieses Genre endgültig im Bereich des Punkrock, Hardcore und Metal angekommen zu sein.

Ja, Panic! At The Disco sind erwachsen geworden – so wie ihre Fans von früher auch. An das Debüt kann “Too Weird To Live, Too Rare To Die!” zwar nicht anknüpfen, aber wer Erfolg haben will, muss mit der Zeit gehen. Und das haben die vier Musiker aus Las Vegas verstanden und umgesetzt. Immerhin dem Ausrufezeichen sind Panic! At The Disco treu geblieben - im Bandnamen und im Albumtitel.


Hanna Rühaak
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.panicatthedisco.com

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