Gehört und Gesehen - Feast Of Consequences

19.09.2013Fish

Fish

Feast Of Consequences

Chocolate Frogs / Eigenvertrieb (2013, CD)

Gut fünf Jahre nach der Veröffentlichung seines bis dato letzten Studioalbums „13th Star“ und zahlreichen Akustik-Touren in Trio-Besetzung, meldet sich der schottische Progressive-Rockmusiker und Song-Poet Fish im Herbst 2013 mit seinem neuen Album „Feast Of Consequences“ eindrucksvoll zurück.

Fish präsentiert sich wieder vollverstärkt mit kompletter Band, die sich aktuell aus zum Teil langjährigen oder reaktivierten musikalischen Weggefährten wie Bassist Steve Vantsis, Gitarrist Robin Boult, Keyboarder Foss Patersson und Drummer Gavin Griffiths zusammensetzt. Für die Backing-Vocals sorgte auf „Feast Of Consequences“ die charismatische Sängerin Elisabeth Troy-Antwi, die schon bei Fish´s 1999er-Erfolgsalbum „Raingods With Zippos“ und der flankierenden Tour dabei war.

Mit „Feast Of Consequences“ haben Fish und sein Team ein über weite Strecken ruhiges, intensives, zeitweise dunkles, atmosphärisches und kraftvolles Album geschaffen, das Rock mit Progressive-Rock verbindet und sich nicht zuletzt durch viele folkige Elemente und den Einsatz von Akustik-Gitarren, Piano und Streichern auszeichnet und sich in puncto Songs und Sounds von vielen anderen Platten des Genres unterscheidet.

Wenn Fish Progressive-Rock spielt, dann ist das nicht schwindelerregendes instrumentales Hochleistungs-Gefrickel, sondern sind das in erster Linie kompakte, eindringliche, melodiöse, dramaturgisch spannungsreiche und jederzeit schlüssige Songs mit dichter Atmosphäre. Getragen werden diese Songs auch auf diesem Album von Fish´s sehr markanter Stimme und den poetischen Texten. Was die Lyric, die Metaphorik und letztlich die Bilder angeht, die Fish mit seinen Texten malt, ist der Künstler wohl immer noch einer der weltweit besten seines Faches. Das gilt vor allem für die Art und Weise des Vortrages, sei dieser singend oder erzählend mit so genannten „spoken vocals“.

Für Hörer die geneigt sind in Musik, Geschichten und Phantasien einzutauchen ist „Feast Of Consequences“ sehr gut geeignet, die Platte ist über weite Strecken so etwas wie akustisches Breitwand-Kino. Ruhige, beinahe mystische Songteile münden in kraftvolle, härte Rockparts, dies zeigen Fish und seine Band schon beim knapp elfminütigen Opener „Perfume River“.

Einziger kleiner Schwachpunkt im Album-Kontext ist der zweite Song „All Loved Up“, ein auf einem zunächst knackig wirkenden Rock´n´Roll-Gitarrenriff basierender Track, der dann aber schnell zu einem recht banalen Schunkel-Rocker mutiert.

„Feast Of Consequences“ dürfte wohl besonders Fish-Fans begeistern, die mehrteilige Prog-Rock-Songs wie „Plague Of Ghosts“ von „Raingods Of Zippos“ mögen, darüber hinaus könnte dieses Album auch für Hörer interessant sein, die ab und an mal gern der Musik von Bands wie Porcupine Tree oder Pink Floyd folgen.

Das Album hat Fish über sein eigenes Label „Chocolate Frogs“ veröffentlicht. Erhältlich ist es per Mailorder über fishheadsclub.com (siehe Link unten) oder auf den Konzerten seiner aktuellen Europatour.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.fishheadsclub.com
www.facebook.com/derek.dick

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