Gehört und Gesehen - Zosamme Alt

12.09.2013Niedecken

Niedecken

Zosamme Alt

Universal Music (2013, CD)

BAP-Sänger und Bandidentifikationsfigur Wolfgang Niedecken legt mit „Zosamme alt“ ein Solo-Album vor. 14 intensive und gefühlvolle Songs in typischer und sehr reifer Singer-/Songwriter-Manier sind darauf enthalten.

Ohne Schlagzeug, aber mit allerlei genre-typischen akustischen Instrumenten wie unter anderem Akustik-Gitarren, Dobro, Mandoline, Klavier und Mundharmonika, hat Niedecken mit seiner markanten Gesangsstimme und Texten in kölscher Mundart ein persönliches Werk erschaffen, das der Künstler inhaltlich-so die begleitende Medieninformation- ausschließlich der Mutter seiner Kinder gewidmet habe. Der größte Teil der Songs sei in den vergangenen beiden Jahrzehnten entstanden, vergleichsweise neu sei der Titelsong „Zosamme alt“, der im Sommer 2012 in der Türkei komponiert wurde.

Die 14, meiste kleine Geschichten erzählenden, Songs sind überwiegend sehr ruhig und balladesk gehalten, hier und da ein wenig melancholisch, stilistisch zwischen Singer-/Songwriter-Folk amerikanischer Prägung und Blues. Neben dem akustischem Instrumentarium hört man zuweilen feinfühlig eingestreute Fender-Rhodes Piano-Sounds, Pedal-Steel-Guitar und auch mal einige sanfte Bläser.

Es scheint, als wolle sich Wolfgang Niedecken in der geschmackvollen Ausarbeitung seiner Musik bei Künstlern wie etwa Mark Knopfler einreihen, der mit seinen Solo-Alben in den vergangenen Jahren auch immer ruhiger, reifer und gesetzter agiert.

Als arrivierter Musiker, den man seit Anbeginn seiner Karriere als Künstler kennt, der viel auf dem Herzen und auch etwas zu sagen hat, hat Niedecken ein konsequentes, schlüssiges und sicher auch glaubwürdiges Album aufgenommen, das trotz seiner ruhiger Grundstimmung, durchaus abwechslungsreich geraten ist.

Qualitativ ist „Zosamme alt“ über jeden Zweifel erhaben, ob jeder die kölschen Texte ohne Weiteres versteht, steht auf einem anderen Blatt und war auch schon bei BAP vor Jahrzehnten die Frage. Hier hatte sich Wolfgang Niedecken mit Liner-Notes und Randnotizen in den LP-Booklets zu den jeweiligen Songs für die Allgemeinheit verständlich erklärt.

Inwieweit das bei „Zosamme alt“ auch der Fall ist, kann diese Rezension nicht klären, uns lag zur Albumbesprechung lediglich ein Pre-Master des Albums in digitaler Form vor.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.bap.de/zosammealt

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