Gehört und Gesehen - Transit du Nord

12.09.2013Dominik Decker

Dominik Decker

Transit du Nord

Dominik Decker Records (2013, CD)

Dominik Decker scheint in musikalischer Hinsicht recht experimentell veranlagt zu sein: vor einigen Monaten veröffentlichte er einen 35-minütigen One Track namens „El Plot“, in kompletter Eigenregie hat er nun sein neues Album „Transit du Nord“ aufgenommen und über sein eigenes Label veröffentlicht. Eine Durchfahrt, ein Voranschreiten, vom Ballermann ins Feuillton.

Nach großer Aufbruchsstimmung mit voller Kraft voraus hören sich die Songs allerdings nicht an, eher nach einer ruhigen Fahrt mit einem undefinierten Ziel vor sich.

Doch gerade in Aufbruchszeiten sollte doch dieses Gefühl der Ungewissheit, einer unbändigen Vorfreude, aber auch dieses kleine Grummeln in der Magengegend, weil man sich eben genau in diese Ungewissheit stürzt und nicht weiß, wohin es einen verschlägt und was passiert.

Dominik Decker ist übrigens Mitglied der Band Marquess, eine Popband aus Hannover. Ist das Quartett vorwiegend für seine spanischsprachigen Songs bekannt, käme man bei „Transit du Nord“ wohl nicht darauf, dass ein Mitglied dieser Band dieses Album produziert hat.

Doch nicht selten verfolgen Bandmitglieder nebenbei ihre eigenen Solo-Projekte, um sich unabhängig von den anderen Musikern musikalisch zu entfalten. So wie Dominik Decker eben hier auf „Transit du Nord“.

Ruhige Popmusik mit klarer Linie unterstreicht die recht eigenwillige Stimme des Künstlers. Als Studiogitarrist legt er wohl viel Wert auf die Gitarrenarbeit, mit verzerrter Stimme klingen einige Songs wie in Trance entstanden. Trotzdem fehlt hier schnell die Abwechslung und die Lieder vermögen nicht so richtig im Ohr hängen zu bleiben.


Hanna Rühaak
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.dominikdecker.com
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