Gehört und Gesehen - Seesaw

31.05.2013Beth Hart & Joe Bonamassa

Beth Hart & Joe Bonamassa

Seesaw

Mascot Records/ Roughtrade (2013, CD)

Joe Bonamassa juckte es mal wieder in den Pfötchen. Nur so lässt sich eigentlich erklären, dass der amerikanische Bluesrocker schon wieder ein neues Album auf den Markt wirft. Diesmal nicht mit seinem Projekt Black Country Communion, das die Mitmusiker Glenn Hughes, Jason Bonham und Derek Sherinian beheimatet. „Seesaw“ ist die zweite Veröffentlichung, die er zusammen mit der Bluesröhre Beth Hart fertig gestellt hat.

Das Ergebnis stimmt: Gleich in der ersten Woche auf Platz 19 gechartet, heißes Thema in der Presse und begeisterte Musikfans weltweit. Was ist also dran an dem Hype um den 36 jährigen, der erst vor kurzem in Hannover das Publikum in seinen Bann zog?

Von der Optik her würde man bei Bonamassa eigentlich eher auf Professor oder Zahnarzt tippen, doch dass der Kollege sein Handwerk beherrscht ist natürlich unbestritten. Gitarrenarbeit vom Feinsten, Virtuosität in der Ausführung und ein Ton, der dazu führt, dass es auch mir in den Fingern juckt. Bonamassa ist einer der Ausnahmegitarristen des 21. Jahrhundert. Das erkannte auch schon BB King frühzeitig, der den damals 12 jährigen bereits mit sich jammen ließ.

Die Songauswahl ist recht kurzweilig und besteht aus Klassikern von Aretha Franklin („Seesaw“), „Them There Eyes“ von Billie Holiday und vielen mehr. Beth Hart beweist auf „Nutbush City Limits“ das dem abgenudelten Party Kracher von anno dazumal mit der richtigen Stimme durchaus was abzugewinnen ist. Rock-Omi Tina wäre stolz!

Die elf Tracks unterhalten Freunde des Bigband/ Bluesrock/ RockPop Sounds. Es wurde auf eine massenkompatible Songauswahl geachtet. Tief eingetaucht in die Welt des Blues wird hier nicht. Man schippert lieber im seichten Gewässer. Mir persönlich gefällt das, denn zuviel Blues tut ja auch nicht immer gut. Wer mehr erwartet, sollte sich aber lieber bei anderen Vertretern dieses Genres umsehen.

Fazit: Unterhaltsames Album mit zwei großartigen Virtuosen. Gelegentlich ein bisschen platt.


Jan Hagerodt
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.jbonamassa.com
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