Gehört und Gesehen - Komplize

16.05.2013Komplize

Komplize

Komplize

Eigenproduktion (2013, CD)

„Die Komplizen fanden im Jahr 2009 beim Schmierestehen zusammen“ eröffnet die Bandinfo. Seitdem lässt es das Trio Banse, Nielsen und Weingart krachen.

Die neun Songs ihres Albums wurden im Sportstudio Linden weitestgehend live an einem einzigen Wochenende eingespielt. Das spricht für ein hohes musikalisches Können der drei Herren oder für einen sehr leeren Geldbeutel. Die Idole wie Motorpsycho oder Tool hört man sehr schnell heraus. Gewaltiger Stoner/ Postrock dröhnt los. Mit deutschen Texten versehen, klingt das im ersten Moment sehr ungewöhnlich, auch wenn das natürlich schon einige Vertreter genauso machen.

Die drei Herren schaffen es bei aller Ballerei wirklich schöne Klangbilder zu erzeugen und interessante Rhythmen und Strukturen zu verwenden. Das macht Spaß und sollte in Linden oder in Punk/ Hardcore lastigen Juzis richtig gut funktionieren. Doch darauf möchte ich die Band gar nicht reduzieren. Da geht viel mehr.

„Frust“ ist ein schönes Beispiel für die Vielseitigkeit und mitreißende Brachialität der Band. „Vor dem Start“ überzeugt mit einem hypnotisierenden Text/ Aufbau. Lob geht auch an die Produktion des Albums, die sehr organisch und nicht tot-komprimiert daher kommt. Bei Bedienung des Lautstärkereglers (An alle unter 20: das ist meist das große, runde Ding unten rechts) kommt das richtig gut.

Gelegentliche Längen in den Kompositionen oder Schwächen bei den Vocals werden durch ein stimmiges Feeling wieder wettgemacht. Man darf hoffen, dass die Komplizen den Arsch hochkriegen um Konzerte zu spielen, damit ihre Musik mehr Leute erreicht.

Fazit: Interessantes Stück Musik.


Jan Hagerodt
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.komplize-musik.de
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