Gehört und Gesehen - Wave And Smile

27.01.2013Liquid Lightning

Liquid Lightning

Wave And Smile

Timezone Records (2013, CD)

Sieg beim „Local Heroes Bundesfinale“ und ausverkaufte Shows in ihrer Heimat Düsseldorf seit der Gründung 2009 – in vier Jahren Bandbestehen keine schlechte Bilanz. Liquid Lightning veröffentlichen nach ihrer EP „Catchlight“ und ihrer ersten Single „We Are Electric“ nun ihr Debütalbum „Wave And Smile“. Produziert wurde das gute Stück von Thomas Hannes, der unter anderem schon Liquido und Franz Ferdinand produziert hat.
Die teilweise sehr „nach 80er-Jahre“ klingende Musik aus der Feder von junge Menschen, die zu dieser Zeit vermutlich nicht geboren oder zumindest noch in Windeln steckten, wirkt angesichts dieser Tatsache etwas befremdlich. Erinnert an Depeche Mode, die düsteren Elemente lehnen an The Cure an. Größe Bands die hier als Vergleich herangezogen werden – aber es wird hier eben nur von Anlehnung gesprochen.

Die Musik als Rockmusik mit elektronischen Elementen zu betiteln, die eine „logische Weiterentwicklung einer eingestaubten Indie- und Alternative-Szene“ sei, ist auch schwierig. Dass diese Szene momentan nicht gerade ihren Höhepunkt hat (vor allem in Hannover) ist nicht unbedingt ein Geheimnis – doch sollte man diese Szene nicht eher stärken, als auf den Elektro-Pop-Zug aufzuspringen, um so vermutlich sogar zwischen unzähligen anderen Bands unterzugehen, die diesen Weg auch als logische Weiterentwicklung sehen?

Sich das Liquid Lightning-Publikum vorzustellen fällt schwer: für Rock viel zu elektrolastig und poppig, auf einer Elektro-Party wird die Musik auch kaum zu finden sein, dafür ist sie dann doch zu wenig elektrolastig. Obwohl man von Rock eigentlich nicht mehr sprechen kann. Da wird dann vermutlich eine sehr breite Masse an Zielpersonen angesprochen – irgendwie ist für jeden etwas dabei. Mal düster, mal sehr auf Party ausgelegt, einige Songs klingen eher wie ein chilliger Sommernachmittag mit Freunden an der Ihme, mit Grill, Becks Green Lemon und Jugendlichen um sich herum, die mit ihren abgelaufenen Converse-Schuhen Hacky Sack spielen. Klingt etwas klischeehaft, so ist es aber - etwa wie die Musik auch. Und das ist gar nicht böse gemeint. Die Atmosphäre die einige Songs versprühen, hinterlassen nämlich trotzdem teilweise ein sehr wohliges Gefühl in der Magengegend.

„Wave And Smile“ ist auf Erfolg ausgerichtet – daraus wird auch absolut kein Hehl gemacht und gerade das macht sehr sympathisch. Wenn man Erfolg verbuchen will, ist das momentan der richtige(re) Weg. Und dass eine Band Erfolg verbuchen will, darf und soll niemandem vorgeworfen werden. Wer träumt nicht davon, sein Hobby zum Beruf zu machen? Eben.


Hanna Rühaak
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.liquid-lightning.de

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Liquid Lightning - Catchlight (2009)
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