Gehört und Gesehen - The Grey In White

14.12.2012Desona

Desona

The Grey In White

RockRange/New Music Distribution (2012, CD)

Nach der Veröffentlichung ihres Debüts „Anthems For The People“ und zahlreichen Konzerten hatte es sich die hannoversche Alternative-Rock-Band Desona zum Ziel gesetzt, mit dem Nachfolgealbum kräftig nachzulegen, was heißen sollte, dass alles „noch bombastischer und größer“ werden sollte, wie es in der Medieninfo heißt.

Was die Produktion und das klangliche Erscheinungsbild von „The Grey In White“ angeht, haben Desona tatsächlich ein sehr kräftiges Pfund aufgetischt. Die Songs haben Melodie, Härte und Wucht gleichermaßen, die Musik scheint in dieser Form bestens für eine Präsentation im Stadionrock-oder Großhallen-Format geeignet. Die Band agiert laut, hart und bissig, gesanglich geht Frontmann Marc Bonnard mit großer Leidenschaft, Inbrunst und teilweise einer großzügigen Portion Pathos zu Werke.

Mit „The Grey In White“ empfehlen sich Desona als durchaus massentaugliche Band, auf die breite Rockbasis werden zuweilen deutliche Pop-Akzente gelegt, inszeniert wird das Ganze mit zwei mit allerlei Effekten veredelten Gitarren, hart-angzerrtem Bass, elektronischen Sounds und Schlagzeug. Über die dicken Soundwände fliegen weit ausgebreitete Gesangsmelodien, oft klingt das beinahe schon dramatisch, manchmal auch leicht melancholisch, in jedem Fall ernsthaft und nicht auf oberflächliche Unterhaltung ausgerichtet.

Das Gesamterscheinungsbild und der musikalische Ansatz mag an Bands wie U2, Creed oder -ein wenig entfernter- auch an Angels & Airwaves erinnern. Größe, Wucht und produktionstechnische Finesse sind Trumpf.

Mit dem geradlinigen, kraftvollen Opener „I Got To Let It Go“ nehmen Desona gut Tempo auf, vermögen hiermit ebenso zu überzeugen wie mit dem abschließenden „You Lift Me Up“. Dazwischen gibt es vereinzelt schon mal Durchhänger, eher durchschnittliches , leicht zähflüssiges Songmaterial, das durch die Arrangements und die Produktion zwar eine breite Brust und kräftige Oberarme bekommt, auf längere Sicht aber auch für einen dicken Kopf und leichte Ermüdungserscheinungen sorgen kann.


Andreas Haug
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.desonamusic.de

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Desona - Anthems For The People (2011)
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