Gehört und Gesehen - Volition

22.11.2012ETECC

ETECC

Volition

SAOL / H´ART / Zebralution (2012, CD)

Drei Jahre nach ihrer Bandgründung legen ETECC aus Wolfsburg ihr Album „Volition“ vor. ETECC spielen druckvollen, bissigen und groovigen Metal, „ohne Trendorientierung“, wie es die Medieninformation zu dieser CD-Veröffentlichung betont. Als Einflüsse werden unter anderem Bands wie Pantera, Metallica oder Lamb Of God genannt, wer sich mit Musik härterer Gangart auskennt, ist in Sachen ETECC rasch im Bilde.

Mit „Volition“ deuten ETECC an, was von ihnen in Momenten der Wahrheit, live auf der Bühne zu erwarten ist: Technisch versierter, energiegeladener, dick aufgestrichener Metal zwischen Groove und Thrash. Die Band agiert hier angenehm aggressiv und überzeugend, versteht ihr Handwerk, spielt nach vorn ohne zögerlich zu wirken. Neben allem Riffing und Groove finden sich bei einigen Songs auch melodische Momente, die Platte ist insgesamt rund und stimmig.

Besonders viel Abwechslung bietet „Volition“ indes nicht. Fast alle Songs sind nach ähnlichem Strickmuster, beim ersten Hören nur schwer von einander zu unterscheiden, oft auch in der gleichen Tonart. Nicht-Fans laufen Gefahr, hier nach vier, fünf Songs zu ermüden. Mit dieser konsequenten Gleichförmigkeit kann es aber auch gelingen, den Hörer auf lange Sicht zu fesseln und dann nicht mehr loszulasssen. Übersetzt auf ein ETECC-Konzert kann das bedeuten: Wer einmal den Weg in den Moshpit gefunden hat, wird diesen kaum vor Ende der Show wieder verlassen.

Ein wenig Abwechslung dann zum Ende des Albums. Die letzten beiden Tracks „Arctic Shroud“ und „Shifting Sands“ beginnen mit einem gefühlvollen Akustik-Gitarren-Intro. Besonders „Arctic Shroud“ weiß mit seiner unbarmherzigen Groove-Walze zu überzeugen, die sich wie im Zeitlupentempo fortbewegt. Dieses zurückgenommene Tempo steht ETTEC gut zu Gesicht, wer jetzt noch im Moshpit weilt, dürfte mit geschlossenen Augen wie in Trance durch die Gegend rudern und nach der Show einige Zeit benötigen, wieder in das Hier und Jetzt zurückzukehren.


Andreas Haug
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.etecc.eu
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