Gehört und Gesehen - Juicy Black

12.10.2012Reebosound

Reebosound

Juicy Black

Eigenproduktion (2012, CD)

Die hannoversche Band Reebosound ist immer wieder für Überraschungen gut, sowohl künstlerisch als auch in der Präsentation ihrer Veröffentlichungen.

Vorab: Auch das neue, sieben Songs umfassende, Album „Juicy Black“ unterstreicht auf sehr beeindruckende Weise, dass Reebosound mindestens in und um Hannover zu den besonders inspirierten, kreativen und künstlerisch individuellen Bands aus dem näheren und weiteren Feld von Musikgenres wie Indie, Alternative, Psychedelic-Pop und Rock gehören. Weiterhin pflegt man im mitunter knarzig-schmutzigen Lo-Fi-Soundgewand zu erscheinen und zu wandeln.

Auf „Juicy Black“ zeigen sie die Mannen um John Reebo des Öfteren von ihrer poppigen Seite, teilweise schüttelt die Band sogar richtig sanfte eingängige Melodien aus dem Ärmel, wie etwa im Titeltrack. Akustikgitarren kommen verstärkt zum Einsatz, aber auch die Kombination glasklare E-Gitarre mit verzerrtem Bass funktioniert gut zum trockenen Schlagzeugsound.

In Zeiten in denen sich viele Bands oft stark an größeren und bekannten Formationen orientieren, angefangen vom Songwriting , von den Arrangements, der Produktion bis hin zum Auftreten auf der Bühne, offenbaren sich Reebosound mit „Juicy Black“ komplett unabhängig und unbeeindruckt von aktuellen Strömungen.

Nicht ganz so häufig erhält man CDs von in hohem Maße kreativen Künstlern (Künstler unterstrichen und mit Ausrufezeichen), die ihre Ideen so geschmackvoll und individuell in Songs umsetzen und das Ganze mit sehr viel Ästhetik und Pfiff einspielen, wie Reebosound auf „Juicy Black“, wo die Musik eher aus dem Bauch und Herzen zu kommen scheint, als kalkuliert auf den kommerziellen Musikmarkt zugeschnitten.

Reebosound selbst geben an, dass „Juicy Black“ Musik für Fans von Acts wie Eels, Cardigans oder Flaming Lips ist. Diesen Bogen kann man noch erheblich weiter spannen, denn beim Hören der sieben Songs dieser CD mag man den Hannoveranern gern unterstellen, dass sie durchaus auch von Bands und Künstlern wie Nirvana, Beck, Blur, David Bowie zu „Ziggy Stardust“-Zeiten, Pink Floyd, The Rolling Stones, Robert Forster, The Go-Betweens, Nick Cave And The Bad Seeds und zig anderen inspiriert wurden.

Das Album ist nicht über ein Label oder einen Vertrieb erhältlich, sondern über den Online-Store von Reebosound. Dort kann „Juicy Black“ heruntergeladen werden, gegen eine vom Käufer selbst zu bestimmenden Preis. Ab einer „Spende“ von 10 Euro will die Band die CD frei Haus zusenden, ab 12 Euro soll es den Tonträger handsigniert geben, informiert die dem Album beiliegende Medieninfo.

Individuell, spannend und unverbraucht.


Andreas Haug
(9 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.reebosound.de

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Reebosound - This Is Reebosound (2010)
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