Gehört und Gesehen - So Weit

12.10.2012The Love Bülow

The Love Bülow

So Weit

MaM Records (2012, CD)

The Love Bülow aus Berlin sind vielen Leuten nach dem Bundevision Song Contest sicher ein Begriff, haben sie doch für Mecklenburg-Vorpommern den achten Platz belegt.

Der ein oder andere Fuchs wird gerade wahrscheinlich stutzig: Berlin und Mecklenburg-Vorpommern? Anscheinend war es nicht Bedingung, auch aus dem Bundesland zu kommen, für das man antritt – da waren The Love Bülow keine Ausnahme. Passend zum Contest erscheint natürlich auch das neue Album „So Weit“, auf dem auch der Teilnahmesong „Nie Mehr“ vertreten ist.

Rap muss nicht immer prollig und mit Goldkettchen sein. Und wenn The Love Bülow eines nicht sind, dann ist es prollig. Nichts mit Ghetto-Rap, hier kommt man auf die Gefühlsschiene. Manchmal auf die extrem schmalzige Art und durch die deutschen Texte triefen diese noch mehr aus den Ohren. Teilweise schaffen die Jungs den schwierigen Spagat zwischen peinlich und tiefgründig, wie beispielsweise in „So Weit“. Aber eben auch nur teilweise. Denn meist sind die Texte tatsächlich so schmalzig, dass man nicht umhin kommt, ein Schaudern zu unterdrücken. Aber sei es drum, manche Leute stehen ja auf so eine extreme Gefühlsduselei.

Wirklich von Rap zu sprechen ist wohl etwas hochgestapelt. Die Popmusik wird zwischendurch von ein paar (guten) Rapeinlagen unterstrichen. Von Keyboard-Klängen unterstützt nimmt das Album erst in der Mitte ein bisschen an Fahrt auf.

Wenn man die Jungs sieht, mag man denken, dass die Musik etwas lockerer und weniger poppig ist. Aber eines muss man The Love Bülow trotzdem lassen: den Berlinern ist es gelungen, einen recht eigenen Sound zu kreieren und das muss man auch erst einmal hinbekommen.


Hanna Rühaak
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.thelovebuelow.de

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
The Love Bülow - Menschen sind wie Lieder (2011)
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