Gehört und Gesehen - Todsünde 8

06.10.2012Unzucht

Unzucht

Todsünde 8

NoCut / Soulfood (2012, CD)

Unzucht sind ´ne Wucht, diese platt wirkende Einschätzung muss mal erlaubt sein, denn das Debütalbum der Band aus Hannover ist einfach ein starkes Stück Rockmusik.

Harter, packender bis aufwühlender Gothic-Rock mit elektronischen Elementen und hier und da mal vorsichtig in Richtung Metal blickend – 13 Songs haben Der Schulz (Gesang), Fuhrmann (Schlagzeug), Blaschke (Bass) und De Clercq (Gitarre, Gesang und Elektronik) auf dieses Album gepackt, dazu gibt es als Bonus vier Songs in geschmackvollen Remix-Versionen, darunter ein Mono-Inc.-Remix von „Meine Liebe“.

Wo bei jüngeren Newcomerbands Debütalben nicht selten noch ein wenig verhalten klingen, man zunächst mal auslotet, in welche Richtung die Reise gehen könnte, man verschiedene Facetten zeigt, offenbaren Unzucht unmissverständlich und mit Nachdruck, dass Halbgares ihre Sache nicht ist. Man spürt die jahrelange Erfahrung der Musiker in Studios und auf Bühnen, vor allem aber die Leidenschaft und die Energie mit der die Band ihre Songs hier auf das Album gebracht hat. Das riecht und schmeckt nach Herzblut, Fleiß und Schweiß.

„Todsünde 8“ ist in mehreren Aufnahmesessions in verschiedenen Studios Norddeutschland entstanden, einige Recordings, der Mix und das Mastering wurden dabei in Hannover im Institut für Wohlklangforschung unter der Regie von Willi Dammeier erledigt. Dass hier härtere Rock-Produktionen, oft im weiteren Umfeld des Genres „Alternative“, zumal mit elektronischen Effekten und dichter Atmosphäre gut und mitunter beeindruckend gelingen, konnte man in der Vergangenheit schon des Öfteren feststellen und so ist es auch mit diesem Album von Unzucht. Es klingt, hart, fett und brillant.

Viele Songs dringen so fordernd und hart zupackend aus den Boxen, dass es nicht viel Phantasie bedarf um sich vorstellen zu können, dass Unzucht mit ihrer Musik auf Konzerten ein Feuerwerk abzubrennen in der Lage sein dürften, gleichzeitig aber auch den ein oder anderen Tanzflächen-Füller für genrespezifische Rock-Parties und Szene-Clubs präsentieren. Kaum ein DJ braucht hier Sorge zu haben, dass wenn er Unzucht direkt nach Rammstein einsetzen würde, sich die Tanzfläche zu leeren droht. Es sei denn, das Publikum an so einem Abend ist schwach bei Kondition.

„Todsünde 8“ ist ein Album, dass in der Gothic-Rock und -Metal-Szene ebenso großen Anklang finden dürfte, wie bei einem breiterem Publikum. Mit diesem Debüt bewegt sich hannoversche Band wohl so ziemlich auf Augenhöhe mit den großen Namen des Business.


Andreas Haug
(9 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.unzucht-music.com

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