Gehört und Gesehen - Modern Void

13.09.2012Black As Chalk

Black As Chalk

Modern Void

Timezone Records (2012, CD)

Wo ist man denn hier gelandet? Bei einem Gottesdienst? Der Einstieg mit Orgelartigen Tönen wirkt doch sehr befremdlich. Als dann aber die sanfte und angenehme Stimme des Sängers Julian Schima ertönt, wird die Situation erst einmal entschärft, diese erinnert teilweise vom Gesangsstil sogar leicht an das Organ von The Cure-Frontmann Robert Smith, ohne sich dabei zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen. Als dann die Gitarren in deutlich rockigem Sound loslegen und das tippelnde Piano dazu kommt, ist der etwas merkwürdige Einstieg vergessen.

Was man im ersten Moment wahrscheinlich nicht vermuten würde: Black As Chalk kommen nicht etwa aus dem Land jenseits des große Teiches oder zumindest aus einer der deutschen Großstädten. Die Band ist in Göttingen zuhause, wo sich die Musiker 2007 zu einer Band zusammen gefunden haben. „Modern Void“ ist bereits ihr drittes Album, mit dem sie zeigen wollen, dass „Indie nicht immer nur schwarz-weiß sein muss.“.

Der Sound der Platte variiert von Song zu Song, da wird mit Tempo, Melodien und Instrumenten immer wieder eine neue Atmosphäre erzeugt, die den Hörer in den Bann zieht. „So What!? (…) klingt wie der Soundtrack zu einem besonders düsteren Zirkus.“ wird der Song beschrieben und genau das ist es, was einem als erster durch den Kopf schießt, wenn man dem Werk lauscht.

Für „Modern Void“ haben Black As Chalk alle 13 Songs live eingespielt, um nicht nur ein stimmiges Bild zu erzeugen, sondern auch bei jedem weiteren Hören weitere Assoziationen hervorzurufen und einige Stücke sind mit ihren mitreißenden Melodien teilweise wirklich großes Kino.


Hanna Rühaak
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.blackaschalk.de

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