Gehört und Gesehen - Consciousness.Fame.God.Money.Power.

14.06.2012Hierosonic

Hierosonic

Consciousness.Fame.God.Money.Power.

Neo Soundmine Musicworks/Sony Music (2012, CD)

„Conciousness. Fame. God. Money. Power.”. Ganz schön langer Albumtitel. Ist das letzte Wort erst einmal gesprochen, hat man die ersten beiden Wörter fast schon wieder vergessen. Trotzdem lässt der Albumtitel vermuten, dass Hierosonic was zu sagen haben, dass sie Themen musikalisch umsetzen wollen, die ihnen am Herzen liegen und auf der Künstlerzunge brennen. Was da allerdings aus den Boxen dröhnt, hört sich mehr nach Radio-„Rock“-Band an.

Die Musik der aus Pennsylvania stammenden Band wird gerne mal als „alternative Rockmusik“ betitelt. Das hört sich immer so an, als wüsste man die Musik nicht wirklich zuzuordnen. Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug = Alternative Rockmusik. Kann irgendwie alles sein. Je länger man sich Hierosonic anhört, desto mehr erinnern sie an die Lostprophets zu ihren guten alten Zeiten, auch wenn die eher in der Sparte Nu-Metal Zuhause sind. Allerdings könnten Hierosonic wohl auch in Richtung Nu Metal gedrängt werden, wenn man denn in Genres einteilen will. Groovige Melodien, die Stimme von Sänger Ben Stewart klingt mal sanft, mal deutlich rauer, aber insgesamt stets angenehm. Auch musikalisch werden zwischendrin deutlich rauere Parts eingebaut. Markante und präsente Bassläufe gepaart mit melodiösen powervollen Refrains, die wieder in groovige Strophen übergehen. Weniger gut wirken die Synthesizereinlagen, die hier und da auftauchen und die neuerdings wirklich auf so gut wie jeder neuen Platte zu finden sind, und das genreübergreifend. Das hat mittlerweile einen ziemlich faden Beigeschmack und begeistern kann das auch nicht mehr. Immerhin: von reinem „vor sich hin spielen“ ist bei Hierosonic keines Falls die Rede, denn textlich werden unter anderen auch ernste und vor allem politische Themen aufgegriffen, mit denen Hierosonic Denkanstöße geben wollen. Das ist doch auf jeden Fall eine gute Sache!

Der Sound von „Conciousness. Fame. God. Money. Power.” klingt insgesamt wie geleckt, Ecken und Kanten sind hier nicht zu finden. Keine Überraschungen, nichts Unerwartetes. Und das, obwohl Sänger Ben selber sagt, dass „es viel ehrlicher und direkter sei, wenn die Stimme durch Aussetzer oder Erschöpfung mal nicht ganz perfekt ist!“ und er „kein Freund von zu glattpolierten Sounds“ ist. Vier Monate haben Hierosonic hoch konzentriert an der Platte gearbeitet, ohne Pausen oder Ablenkungen. Vielleicht war das einfach zu viel der Perfektion. Schade eigentlich, denn genau diese kleinen Ecken und Kanten machen Musik doch gerade erst so richtig interessant. So können sich Hierosonic wohl tatsächlich problemlos hinter den Lostprophets und Linkin Park einreihen und so auch Leute begeistern, die „eigentlich alles“ hören.


Hanna Rühaak
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.hierosonic.org
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