Gehört und Gesehen - Spirit In The Room

07.06.2012Tom Jones

Tom Jones

Spirit In The Room

Universal Music (2012, CD)

Seit Anfang der 1960er-Jahre ist der walisische Sänger Tom Jones nun schon musikalisch aktiv. Am Tag der Veröffentlichung dieser CD-Rezension feiert Jones seinen 72.Geburtstag.

Als Sänger und Entertainer genießt „Tiger Tom“ - so sein langjähriger Spitzname längst Weltruf. Ihn musikalisch auf eine bestimmte Stilrichtung festzulegen, scheint kaum möglich, zu unterschiedlich waren bislang seine verschiedenen Projekte, die sich auf nun mittlerweile 40 Alben niederschlagen, Compilations und Live-Alben mitgezählt.

Aus der jüngeren Vergangenheit ist einer großen Öffentlichkeit vor allem der von Mousse T. geschriebene und produzierte Hit „Sexbomb“ vertraut. Das war vor zwölf Jahren. Seinerzeit erschien auch ein Album mit unterschiedlichen Duetten, eine gemeinsam mit Nina Persson von den Cardigans eingesungene Version des Talking-Heads-Klassikers „Burning Down The House“ notierte ebenfalls hoch in den Charts.

Auf dem aktuellen Album „Spirit In The Room“ zeigt sich Tom Jones wieder von einer anderen Seite: Von der des gereiften und aufgeräumten Sängers mit der ungeheuer tiefen und markanten Stimme, der weitestgehend im Singer-/Songwriter-Style unterwegs ist. Die Aufnahmen entstanden unter der Regie von Ethan Jones, dem Gewinner des BRIT Awards 2011 in der Kategorie „Produzent des Jahres“.

Johns spielte für „Spirit In The Room“ auch einige Instrumente ein, des weiteren war Richard Causen beteiligt, der „Vintage-Keyboards“, Klavier und Gitarren beisteuerte, wie schon in der Vergangenheit für unter anderem Ryan Adams, Kings Of Leon oder Rufus Wainwright. Die Rhythmusgruppe bildeten Schlagzeugerin Stella Mozgawa (Warpaint) sowie abwechselnd die Bassisten Ian Jennings und Sam Dixon.

Bei so viel Namedropping mag einem schon eine Idee kommen, wie das Album klingt, dass Tom Jones auf „Spirit In The Room“ auch noch Songs von unter anderem Leonard Cohen, Tom Waits, Paul Simon, Paul McCartney oder Richard Thompson auf sehr intensive und geschmackvolle Weise interpretiert, lässt stark vermuten, dass hier durchaus größeres Kino und eine überdurchschnittlich Qualität geboten werden. Und so ist es dann auch.

Dass langjährig aktive Künstler auch im sehr fortgeschrittenen Alter besonders großartige Alben vorlegen und damit auch einen neuen Hörerkreis erreichen, hatte unter anderem schon Johnny Cash vor vielen Jahren mit seinen „American-Recordings“-Alben eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Daran mag sich der ein oder andere beim Hören einiger Songs auf „Spirit In The Room“ vielleicht ein wenig erinnert fühlen.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.tomjones.com
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