Gehört und Gesehen - Key

07.06.2012pg.lost

pg.lost

Key

Cargo Records (2012, CD)

Das ist doch mal eine verrückte Sache: Da klaut sich irgendein unverschämter Mensch unveröffentlichte Songs der schwedischen Band pg.lost und ergaunert sich so einen Major-Plattenvertrag in den USA. Scheint, als könne man also einiges von dem Instrumental-Quartett erwarten. Zwar ist Amerika bekanntlich das "Land der unbegrenzten Möglichkeiten", aber so einfach kommt man auch auf der anderen Seite des Atlantiks nicht an einen Plattenvertrag bei einem Majorlabel.

Handwerklich haben die Vier auf jeden Fall einiges drauf, muss man aber auch, wenn man Songs so ganz ohne Gesang aufnimmt. Da müssen die Instrumente und Melodien schließlich den kompletten Song tragen und auf ihre eigene Weise eine Geschichte erzählen. Keine einfache Sache, klappt aber ganz gut. Jedenfalls überkommt einem gleich bei dem ersten Song ein seltsames, aber nicht unangenehmes Gefühl, das man erst einmal zuordnen muss. Man wird direkt in die düstere Stimmung der Songs reingesogen, irgendwas ist da in der Luft! Egal was für Bilder die Musik im Kopf auslöst – irgendwie sind sie alle düster. Nicht unbedingt auf die gefährliche Art, aber die Schweden bringen eine große Portion Mystik in ihre Songs ein. Und das ganz ohne Worte. Mit Gitarre, Bass und Schlagzeug schaffen es pg.lost, eine ganz besondere Stimmung zu zaubern, mal düster, mal etwas aufhellend, doch stets mit dieser sehr präsenten Melancholie, die sich durch alle Songs zieht. Mal schnell, mal ruhig, mal baut sich eine Welle brachialer Sounds auf, um wieder in leisen Klängen zu verebben.

Instrumentalmusik muss man mögen, um sie wirklich schätzen zu können. Ansonsten wird es nun einmal einfach langweilig, weil man sich schnell satt gehört hat. Freunde solch einer Musik wird der düstere, aber angenehm warme Sound und die abwechslungsreichen Melodien mit Sicherheit gefallen.

(Was mit oben genannten Übeltäter passierte, ließ sich trotz Recherche nicht herausfinden. Bleibt zu hoffen, dass er für diese Untat ordentlich eins auf die Mütze bekommen hat.)


Hanna Rühaak
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.pglost.com
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