Gehört und Gesehen - Double-Check When You Leave

10.05.2012A Kew´s Tag

A Kew´s Tag

Double-Check When You Leave

Kew´s Records/ Finetunes (2012, CD)

Also dieser Bandname ist ja mal allzu dämlich. A Kew´s Tag ist, so vermute ich zumindest, ein Wortspiel. Mit leichtem Sprachfehler ausgesprochen, wird daraus nämlich „Acoustic“. Der Hauptansatzpunkt der Band, da es auf diesem Album keine E-Gitarren oder sonstige elektrische Schweinereien zu hören gibt. So ganz neu ist das ja nicht, aber immer noch selten. Reduziert auf´s Wesentliche wird’s nämlich meist schwer, ansprechende Musik zu machen, die nicht langweilt. Keine Chance durch Effekthascherei kompositorische Schwächen zu vertuschen!

Gelingt denn das mit der ansprechenden Musik? Überwiegend ja! Die vier Musikstundenten zeigen, dass sie, außer Kaffee in rauen Mengen zu konsumieren, noch was anderes gelernt haben und musizieren auf einem tollen Niveau. Die Songs sind schlüssig und meistens mit einem kleinen Extra garniert. Das können klassische Arpeggio-Läufe sein („The Panther“), gerne auch mal rhythmische Ausbrüche oder verschnörkelte Grooves („The Unknown“). Billig oder simpel gibt es bei der Band selten, kompliziert muss es aber dadurch nicht automatisch klingen. Genau dieser Punkt verdient meiner Meinung nach am meisten Bewunderung. Die Berliner mucken hochwertig ohne zu vergessen, dass man einen Song auch als „Normalo“ noch verstehen darf. Prima!

Der Vergleich zu Incubus muss aufgrund des Stimmklangs von Sänger Julian und der häufig eingesetzten Backingvocal-Intervalle erlaubt sein. Ein bisschen angenehmer und weniger quengelnd als Herr Boyd vielleicht. Ein bisschen langweilig wird es in der Mitte der elf Songs dann leider schon mal, da können sich die Vier noch so reinhängen. Eine Akustikgitarre kann einfach an die vielfältigen Möglichkeiten einer E-Gitarre oder eines Keyboards nicht rankommen, sei man auch noch so innovativ. Trotzdem ist das hier ein ganz tolles Debut-Album, das sowohl als Hintergrundmucke beim Grillabend, als auch zum Cabriofahren taugt. Fans von moderner Rockmusik werden die Band mögen.

Fazit: Name flopp, Mucke topp!


Jan Hagerodt
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.akewstag.com
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