Gehört und Gesehen - Ex Lives

10.05.2012Every Time I Die

Every Time I Die

Ex Lives

Epitaph (2012)


Every Time I Die liefern mit Ex Lives bereits ihr sechstes Studioalbum ab – aber von Routine oder gar Variationsunfähigkeit keine Spur! Wieder einmal zeigt die Metalcore-Band aus Buffalo, dass sie den Spagat zwischen harten Riffs mit düsteren Shouts und sehr melodiösen Parts problemlos meistern kann, ohne, dass es unpassend wirkt.

Äußerlich springt einem als erstes das pinke Cover ins Auge. Wie Metalcore und Barbie-Pink zusammen passen erschließt sich mir nicht ganz, aber wahrscheinlich haben Every Time I Die genau auf diesen Kontrast gesetzt. Aber daran sollte man sich nicht stören, schließlich ist es die Musik die zählt.

Im Opener (und der ersten Single des Albums) „Underwater Bimbos From Outer Space“ geht es auch gleich richtig zur Sache. Wieso auch lange um den heißen Brei herumsingen (oder in diesem Fall eher schreien), wenn man auch gleich zeigen kann, was man auf dem Kasten hat. Und auf dem Kasten haben die Jungs von Every Time I Die einiges. Sänger und Schreihals Keith Buckley gibt alles und wechselt gekonnt zwischen teilweise leicht hysterisch klingenden Shouts und cleanen Gesang. Die Songs reichen von reinem Metalcore-Geballer bis melodiösen, sehr groovigen Einlagen. Da kann ein Song auch mal eine Länge von unter zwei Minuten haben. Reicht wahrscheinlich auch, um sich als Band und sein Publikum komplett außer Atem zu bringen. „Partying Is Such Sweet Sorrow“ beginnt sogar mit einem Banjo im Country-Style. Das unterbricht die eher düstere Stimmung des Albums, aber natürlich lassen die rauen Gitarrenriffs und das schnelle Schlagzeug nicht lange auf sich warten und auch Sänger Keith gibt wieder Vollgas. Deutlich ruhiger zur Sache geht es in “Revival Mode”. Da wird mal kurz ein Shout rausgehauen, aber generell eher ruhiger Gesang – eine nette Abwechslung auf dem Album. „Business Casualty“, einer der drei Bonustracks, erinnert von der Stimmlage und Gesangsmelodie teilweise sehr stark an Matthew Bellamy, Sänger der britischen Rockband Muse. Der leicht melancholische Gesang geht aber schnell wieder in gröhlendes Geshoute über und klingt so wieder typisch nach Every Time I Die. Eventuell gewürzt mit einer kleinen Prise Muse. Passt aber, klingt gut, da will ich mich nicht beschweren. Abgeschlossen wird das Album mit dem Klacken einer geöffneten Dose (wahrscheinlich Bier – aber reine Spekulation!), das Ausschlürfen einer diesen und einem ordentlichen Bäuerchen. Könnte man sich meiner Meinung nach sparen, aber ein bisschen Jux und Tollerei soll erlaubt sein.

Generell sollte man als Hörer natürlich auf diese Art von Musik stehen, sonst wird man keinen Spaß an der Sache haben. Jedenfalls wird man sich als „Nicht-Metalcore-Fan“ höchstwahrscheinlich nicht denken „Das ist aber nett anzuhören, das lasse ich mal im Hintergrund laufen!“. Aber alle, die dieser Musik nicht abgeneigt sind, werden Ex Lives wie ich mit Sicherheit zu schätzen wissen!


Hanna Rühaak
(9 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.everytimeidie.net

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Every Time I Die - From Parts Unknown (2014)
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