Gehört und Gesehen - The Rasmus

26.04.2012The Rasmus

The Rasmus

The Rasmus

Universal Music (2012, CD)

Auf Wikipedia werden The Rasmus als Alternative-Rockband beschrieben und so ungefähr aus diesem Bereich hatte man sie grob in Erinnerung.

Beim Hören des brandneuen Albums mag man das aber kaum glauben, denn mit Rockmusik hat das hier sehr wenig bis gar nichts zu tun, was auf „The Rasmus“ passiert. Da sind zwar mal verzerrte Gitarren und sollte die Band diese Songs hier live spielen und ein bisschen Gas geben, dann könnte der ein oder andere Titel zwar auch mal rocken, vom Gesamteindruck wirkt dieses Album aber wie ein perfekt geplantes , durchgestyeltes Pop-Album mit sehr hohem Kommerzfaktor.

Groß aufgezogene Pop-Refrains mit leichtem Hymnen-Charakter, vor dem geistigen Auge sieht man die Band in Großarenen oder Stadien spielen, während Tausende ihre mit Feuer/Kamin-App ausgestatteten Smartphones rhythmisch im Takt hin und her schwingen. The Rasmus geben sich über weite Strecken des Albums kuschelweich, über alles ergießt sich die süßlich-schmachtende Stimme von Leadsänger von Lauri Ylönen. Der aktuelle Single-Track „I´m A Mess“ ist schön tanzbar, locker-flockig und schmerzfrei. Ein idealer Track auch für die Jugend-Disco in der Tanzschule. Damenwahl bevorzugt.

Generell wurde der Produktion sehr viel Weichspüler verabreicht, in sehr hohen Dosen. Leicht angerockter Radio- und Autoradio-Pop für wärmere Tage, an denen man keinen Unfall baut, es sei denn, man fährt dem Vordermann zu dicht auf, es überkommt einen der Sekundenschlaf und dann kracht es plötzlich.

Viele Songs auf „The Rasmus“ haben Hitpotenzial, freundlicher Pop für die großen Massen. Manche Gitarrensounds haben leichtes 80er-Appeal und wer von den etwas älteren Hörern Bands wie Cock Robin noch kennt, dürfte diese Platte als durchaus freundliche Ergänzung seiner Sammlung schätzen.

Für die meisten Rockmusikhörer, die nicht zum engeren Fan-Kreis dieser Band zählen, dürfte diese Platte ziemlich harmlos und reizarm sein. Innovative Ansätze bieten sich keine, alles ist vorhersehbar, durchschaubar und wirkt auf den Punkt kalkuliert. Für Fans von The Rasmus, die das Poppige an der Band mögen, bietet das Album aber bestimmt genug zum Träumen, Tanzen und Dahinschmelzen.


Andreas Haug
(4 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.therasmus.com
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