Gehört und Gesehen - Raus

12.03.2012Parka

Parka

Raus

Bulltrecords/ Soulfood (2012, CD)

Raus wollen sie also, die Jungs von Parka. Dabei läuft´s doch gar nicht so schlecht für das Trio. Im letzten Jahr tourte man mit Die Happy, gleich nach der Gründung im Jahr 2007 gewann man den durchaus umstrittenen „Deutschen Rock- und Pop-Preis“ Wettbewerb.

Das Album klingt modern, die Texte sind politisch ambitioniert und stets Teenager-tauglich. Es sind genau solche Zeilen wie „Und ganz weit oben, auf dem Trümmerhaufen meiner Ignoranz, kannst du mich sehen, wie ich zum Klang der Abrissbirnen tanz“ die einem schwer im Magen liegen bleiben. Das ist alles sehr Aussage-schwanger und pathetisch und wirkt ungemein konzipiert.

Die lieblos aufgepimpte Produktion trägt ebenfalls nicht zum besseren Erscheinungsbild dieser Veröffentlichung bei. Schade! Denn Songs wie „Eins“ oder auch „Alles dreht sich“ überzeugen mit schönen Melodien und interessanten, musikalischen Ideen. Zwar immer noch Plastik-Pop, aber durchaus stadiontauglich und gut gemacht. Hier weiß jemand, wie man massenkompatible Musik schreibt.

„Raus“ wirkt dadurch aber ungemein lieblos und blutleer. Vergleichbar mit den Schulstrebern von früher, die zwar auf ihre Facharbeit eine 1+ kassierten, menschlich aber so interessant waren wie ein Hosenknopf.

Ob die Jungs den Sprung auf den Indiepoprock-Zug mit diesem Album noch schaffen ist fraglich, dafür sind sie spät dran. Zu wünschen bleibt es ihnen trotzdem, denn positiv bleibt zu vermerken, dass Parka seit fünf Jahren Vollgas geben und offenbar mit ganz viel Engagement und persönlichem Anspruch zu Werke gehen. Leider geht das im „Auf-Erfolg-polierten“-Werk komplett unter.

Fazit: Hopp oder Topp? Oben oder unten?


Jan Hagerodt
(5 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.parka-online.de
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