Gehört und Gesehen - Serum

03.03.2012Osssy

Osssy

Serum

MIG Music (2012, CD)

Der Multinstrumentalist, Komponist und Produzent Oswald „Osssy“ Pfeiffer ist in der hannoverschen Musikszene und dort vor allem in der Rockszene seit Jahrzehnten bekannt, wie der oft ins Feld geführte bunte Hund. Ob als Schlagzeuger, Keyboarder oder eben an den Reglern im heimischen Frida-Park-Studio – Osssy hat zahlreiche Bands, Projekte und Produktionen in die Spur gebracht und zu Erfolgen verholfen.

Nun war es an der Zeit, einmal ein ausführlich geratenes Solo-Album aufzunehmen, bei dem viele regional, bundesweit und international bekannte und renommierte Musiker mitgewirkt haben. Namedropping mag zwar als lästig empfunden werden, ist im Fall von „Serum“, der 15 Songs umfassenden CD aber fast schon Pflicht. So waren an den Aufnahmen unter anderem Anca Graterol , Steve Mann, Lars Lehmann, Simon Philips, Kai Reuter, Martin Huch und Gero Dnerk beteiligt. Alle Musiker und deren Referenzen aufzuführen, würde hier einfach den Rahmen sprengen.

„Serum“ ist eine Kollektion von teilweise großartiger Rockmusik, mit Ausflügen in Richtung Soul, Blues, Progressive-Rock und klassischem Hardrock. Handgemacht und ohrenscheinlich mit sehr viel Mühe und Liebe zum Detail. Für Freunde von anspruchsvoller Rockmusik im orchestralen Soundgewand mit Hang zum Bombast (Stichwort: Streicher, Bläser, Chöre) gibt es hier jede Menge Stoff, wer feine Soul-Balladen mag, wird ebenso bedient wie der Fan von knackigen Hardrock-Grooves.

Es stechen großartige Gitarrensoli heraus, wie das von Kai Reuter auf „I Know, es werden wilde Orgel-Soli geboten, dann gibt es Songs, für die man einen stabilen und großen Karton mit der Aufschrift Krautrock trifft Rock-Musical, Rocky Horror Picture Show mischt sich mit Yes und Emerson, Lake and Palmer basteln müsste.

Im puncto Komposition und Arrangement scheint Osssy auch eine Vorliebe für einige US-Bands und deren Style zu haben. Assoziationen zu Chicago, Bruce Hornsby and the Range oder auch Little Feat kommen des Öfteren ebenfalls auf.

„Serum“ ist ein abwechslungsreiches, verhältnismäßig groß aufgezogenes und trendunabhängiges Rockalbum geworden, in das offenbar sehr viel Arbeit gesteckt wurde. Diese Mühe hat sich mehr als nur gelohnt.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.osmator.com

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