Gehört und Gesehen - Roses

03.03.2012The Cranberries

The Cranberries

Roses

Universal Music (2012, CD)

„Zombie“ - das war der große Nummer Eins Hit von The Cranberries, mit dem die irische Band auch in Deutschland ein sehr breites Publikum gewann und begeisterte. 1994 erschien der Titel, stürmte in Deutschland an die Spitze der Charts und lief in den Radios rauf und runter. Auch auf diversen Parties gehörte „Zombie“ zum Pflichtprogramm der Djs.

Mit ihrer gefälligen Mischung aus irischem Folk, Pop und Rock und der markanten Stimme von Sängerin und Frontfrau Dolores O´Riordan feierten The Cranberries fortan große Erfolge. Nach ihrer zwischenzeitlichen Auflösung im Herbst 2003 fand die Band 2008 wieder zusammen, seit 2009 gilt man offiziell als „wiedervereinigt“. 2010 musste eine bereits gestartete Tournee vorzeitig abgesagt werden und so richtig auf die Beine sind The Cranberries bislang scheinbar nicht wieder gekommen.

Das könnte sich möglicherweise mit dem neuen Album „Roses“ ändern, das Ende Februar 2012 erschienen ist. The Cranberries musizieren auf „Roses“ in vertrauter Manier. Die angenehm durchhörbaren, meist weichen Folk-Pop-Songs und die unverändert schöne Stimme von Sängerin Dolores wissen durchaus zu gefallen.

„Roses“ ist ein freundliches, schmeichelndes Album, dessen Musik an einen warmen Mai-Regen erinnert. Ecken und Kanten gibt es kaum, eine größere, hochkonzentrierte Aufmerksamkeit wird dem Hörer nicht abverlangt. Das ist Musik, die als wunderbare Untermalung dienen kann, wenn man im Haushalt oder am Schreibtisch zu tun hat, sich bei einer morgendlichen Tasse Kaffee einer ausführlichen Zeitungslektüre widmet oder einfach nur auf dem Sofa herumdösen möchte.

Produziert wurde das Album von Stephen Street, zu dessen Referenzen Bands wie The Smiths oder Blur zählen, was aber im Zusammenhang mit den The Cranberries auf die falsche Fährte führen kann. „Roses“ von The Cranberries dürfte in erster Linie Musikfreunden gefallen, die auch Bands wie The Corrs hören. Schöner, folkiger Pop mit feinem weiblichen Gesang. Sehr hübsch, aber auch mit dem Hang zur Beliebigkeit und Langeweile.


Andreas Haug
(5 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.cranberries.com
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