Gehört und Gesehen - Nicht Mal Mehr Wir Selbst

06.12.2011Thoughts Paint The Sky

Thoughts Paint The Sky

Nicht Mal Mehr Wir Selbst

Midsummer Records / Cargo (2011, CD)

Deutschsprachige Screamo-Rockmusik, die sich ausschließlich auf die Kraft zweier Akustikgitarren verlässt, gibt es hierzulande eher selten. Diese Marktlücke haben Thought Paint The Sky schon 2005 erkannt und sich in dieser Nische häuslich eingerichtet.

Die Texte von Shouter Daniel sind authentisch und unpeinlich. Stimmt. Häufig gewürzt mit Fragezeichen aufgrund der Grönemeyer-mäßigen-Sinnhaftigkeit, die sich einem meistens erst beim zweiten Hördurchgang erschließt. Soviel geschrieen wird übrigens auf „Nicht mal mehr wir selbst“ gar nicht, vielmehr wird punkig gedrängelt. Einziger Wehrmutstropfen beim Gesang ist die permanente gleichtonige Dopplung, die einem vollkommen unnötig ganz schön auf den Pinsel geht.

Musikalisch vermisst man bei den Kollegen keine dicken Gitarrenwände, die Kompositionen der Essener funktionieren wunderbar ohne und sind sowohl rhythmisch als auch harmonisch schön gestaltet. Dass die vier Musiker keine Anfänger sind merkt man schnell, ebenso wie die Tatsache, dass sie offenbar mit viel Herzblut und persönlicher Leidenschaft am Ball sind.

Was fehlt ist ein richtig guter, herausragender Track, der auch als Single taugt. Wem das Fehlen dieser Sache jedoch schnurzpiepe ist, der wird von Thoughts Paint The Sky bestens bedient. Es gibt auch so genug gute Tracks mit tollen Ideen, die halt einfach nur ein paar Durchgänge mehr brauchen.

Fazit: Rundes Album einer talentierten Band.


Jan Hagerodt
(8 / 10 Pkt.)

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