Gehört und Gesehen - Days Of Our Lives

25.11.2011Queen

Queen

Days Of Our Lives

Universal Music (2011, DVD)

Bei der Fülle von Veröffentlichungen zum Thema Queen in diesem Jahr, lohnt sich auch mal ein kritischer Blick darauf, was nun an Produkten wirklich essenziell ist und was für besonders seit Langem an der Band und ihrer Musik Interessierte eher verzichtbar erscheint.

Mit „Days Of Our Lives“ ist eine Dokumentations-DVD zur Geschichte von Queen erschienen, in der die Bandmitglieder und das enge Umfeld sowie langjährige Wegbereiter wie Manager, Tourmusiker, Roadies, Produzenten und Medienvertreter die Karriere der Band mit all ihren Höhen und auch Tiefen (die es -man glaubt es heute kaum- tatsächlich gab) aus ihrer Erinnerung und Erfahrung nachzeichnen. Queen & Co. erzählen quasi ihre Geschichte selbst.

Neben den üblichen Bonus-Features besteht „Days Of Our Lives“ im Wesentlichen aus einer zweiteiligen Dokumentation, die bereits vor einigen Monaten via BBC im britischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. In knapp je einstündigen Doku-Teilen werden die wichtige Ereignisse und Karrieremeilensteine rund um Queen in den zeitlichen Abschnitten 1970-1980 und 1981 bis heute behandelt.

Interviews, Show-, TV- und Studiosequenzen -kurzweilig und inhaltlich geschickt strukturiert auf den Punkt aufbereitet und platziert- geben dem Zuschauer einen guten Einblick über die Entwicklung der Band von den ersten kleinen Gigs und support-Touren bis hin zu opulenten Album-und Videoproduktionen sowie gigantischen Stadionshows in den 1980er-Jahren.

Wurden früher Queen im Rahmen von Dokumentationen aufgehängt an technischen Rahmendaten und Verkaufszahlen als Rock-Sensation „verkauft“, geht „Days Of Our Lives“ konsequent „hinter die Kulissen“ des großen Weltstar-Glamours, der Queen zu ihrer großen Zeit umgab. Hier wird dann des Öfteren Tacheles geredet über Verträge, die der Band in den ersten Jahren kein Geld einbrachten, über den oft schlechten Ruf in der britischen Presse, über interne Streitigkeiten, schwierige Karrierephasen und problematische Milieus in denen die Band arbeitete, respektive arbeiten musste.

Wo stand die Band rund um die jeweiligen Albumproduktionen? Was lief künstlerisch und von den Rahmenbedingungen gut oder auch katastrophal? Wie war die Akzeptanz und das Image der Band in einigen Ländern? Was waren herausragende Erfolge und auch Misserfolge? An welchen Punkten drohten Queen zu scheitern? Wo konnte der Schalter wieder umgelegt werden?

Man kann fast schon sagen, dass alle Beteiligten sehr deutlich und ungeschönt, seriös reflektierend diese Fragen erörtern und dabei zahlreiche Anekdoten aus dem Nähkästchen ziehen. Rares Live-und Behind-The-Scenes, teilweise bislang unveröffentlicht illustrieren die zweiteilige Dokumentation sehr geschmackvoll.

Dass hier und da auch mal ein wenig Pathos mitschwingt, speziell zur Krankengeschichte von Freddie Mercury und dessen Tod im November 1991, daran wird sich kaum jemand stören dürfen, eine übertriebene Glorifizierung des grandiosen Sängers und Frontmanns findet indes nicht statt.

Informativ, unterhaltsam, teilweise spannend und vorallem eines: glaubwürdig. Für Fans eigentlich ein Muss, darüber hinaus empfehlenswert.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.queenonline.com

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