Gehört und Gesehen - Inside My Head Is A Scary Place

06.10.2011My Glorious

My Glorious

Inside My Head Is A Scary Place

G-Records / Rough Trade (2011, CD)

Auf dem mit Indie-Rockbands ähnlicher Ausprägung großzügig bestückten Markt, hebt sich das Trio My Glorious mit seinem neuem Album „Inside My Head Is A Scary Place“ deutlich heraus.

Der Band um den Gitarristen und Sänger Sami Goodenough und den Zwilligen Gregor (Bass) und Paul Sailer (Schlagzeug) ist hiermit ein ziemlich großer Wurf gelungen.

Das mag am geschmackvollen Songwriting mit vielen wunderschönen Melodien liegen, die sich angenehm unaufdringlich erst beim dritten oder vierten Hören so richtig im Ohr festsetzen, das mag an den enorm druckvollen, teilweise spieltechnisch trickreich ausgearbeiteten Grooves liegen und ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist die ungeheuer gut gelungene Produktion des Albums, die in Zusammenarbeit mit der Starproduzentin Sylvia Massy realisiert wurde, die Referenzen wie unter anderem Red Hot Chili Peppers, R.E.M., Johnny Cash, Prince oder Tool aufzuweisen hat.

Der handgemachte, kräftige Indie-Rock mit dezent eingesetzter Elektronik und einigen wohldosierten Soundeffekten wirkt modern, ästhetisch und gleichzeitig trendunabhängig. „Inside My Head Is A Scary Place“ ist kein hippes Produkt von der Stange, dass man in ein, zwei Jahren wieder in die Ecke wirft, vielmehr deutet die Band an, wie vielleicht die legitimen Nachfolger von Bands wie etwa U2 unterwegs sein könnten, wenn diese irgendwann den wohlverdienten Ruhestand antreten. Die Musik von My Glorious kann man sich im Stadion genauso gut vorstellen, wie in einem technisch gut ausgestatteten Club.

Die Medieninfo zu dieser Albumveröffentlichung gibt für Neugierige folgende Hilfestellung: „Der Sound der Band lässt sich am besten mit „Foo Fighters meets Coldplay beschreiben“, was man so in etwa durchaus nachvollziehen kann. Reifere Hörer mag das Gesangstimbre von Sami Goodenough ein wenig an die markante Stimme von John Watts von Fisher-Z. erinnern.

Aktuell sind My Glorious als support von Jupiter Jones auf großer Tour durch Deutschland. Wie die Band dieses Album live umsetzt, darauf darf man sicher gespannt sein. Die Latte liegt da schon sehr hoch.

Ob nun auf Konzerten oder auf Tonträger: My Glorious dürften mit diesem Album für viele Liebhaber von anspruchsvollem, hochkarätig produziertem Indie-Rock eine der Entdeckungen des Herbstes 2011 sein.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.myglorious.com

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
My Glorious - Hold What We Can Hold (2014)
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