Gehört und Gesehen - Make Love Work

20.08.2011Auletta

Auletta

Make Love Work

Virigin / EMI (2011, CD)

Auletta aus Mainz könnte man zu den Nachzüglern der großen Neueste Deutsche Welle / neuern deutschen Indie-Rock-Pop-Bands zählen. Als diese Welle Mitte der 2000er richtig hochschwappte, gründete sich die Band erst einmal. Das war im Jahr 2005, im Jahr darauf war mit Auletta auch der Name gefunden, der Legende nach hat sich die Band nach der gleichnamigen italienischen Stadt benannt, wo man 2006 im Urlaub verweilte, wie Wikipedia festhält.

Spätestens seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Pöbelei und Poesie“ im Juni 2009 sind Auletta immer irgendwie im Gespräch, der durchschlagend große Erfolg blieb bislang aus. Immerhin schaffte man es mit dem Debüt in die Top 100 der deutschen Charts.

Wäre die deutsche Indie-Pop-Rock-Szene eine riesengroße Fußballmannschaft, wären Auletta wohl so etwas wie solide Ergänzungsspieler. Ein Band die mitmischt, die auf der Suche nach einem eigenen Sound, nach einer kleinen Nische im riesengroßen Saal der Szene fündig geworden zu sein scheint, wie das neue Album „Make Love Work“ zeigt.

Auletta kommt nicht als die große Kracherband herüber, von der man erwarten könnte, mit ihrer Musik große Hallen zu füllen und im Radio rauf und runter zu laufen. Vielmehr vermittelt die Band mit ihrer Musik und auch mit dem aktuellen Album den Eindruck, als wäre man die Band für den zweiten oder dritten Höreindruck. Ein wenig bescheiden im Hintergrund agierend, den Joker für die Verlängerung gebend, um das Bild der Sportmannschaft nochmals zu strapazieren.

„Make Love Work“ enthält über weite Strecken locker-flockigen, meist chilligen Indie-Pop-Rock mit oft leicht melancholischer Note. Mal balladesk-verträumt, mal soulig-groovend, produktionstechnisch mitunter aufwendig mit allerlei Gimmicks aufgemotzt. Das Ergebnis ist, wie es die Produktinfo zur CD sehr treffend beschreibt: „Dreckiger Hochglanzpop“. Zeitweise hat der Sound gewisses Sixties-Flair. Zu hören gibt es Orgel, Klavier, Bläser-Samples, Vintage-Gitarren und jede Menge mehr. Man hat sich um Originalität bemüht und wollte soundtechnisch offenbar was probieren, was die Musik aus der breiten Masse abhebt. Das kann als gelungen bezeichnet werden.

Auletta haben sich in ihrer kleinen Nische gemütlich eingerichtet und werden mit der „Make Love Work“ sicherlich auch ihr Publikum begeistern. Live wahrscheinlich angenehm in kleinen Clubs oder nachmittags auf Indie-Festivals unter freiem Himmel. In diesem Kontext dürften Auletta mit ihrer Musik Freude machen. Von flüchtigen, oberflächlichen oder vielfältig strapazierten Musikkonsumenten könnten Band und Album jedoch leicht übersehen, respektive überhört werden.


Andreas Haug
(5 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.auletta.de
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