Gehört und Gesehen - Dirty And Beautiful Vol.1

18.06.2011Gary Husband

Gary Husband

Dirty And Beautiful Vol.1

Fenn Music (2011, CD)

Wenn ich „Fusionkünstler“ in der Biografie lese nehme ich normalerweise sehr schnell reißaus. Wenn man allerdings so viele prominente Namen wie der Herr Husband für ein Projekt vereint, dann hört man vielleicht doch mal rein.

Der britische Musiker übernimmt selbst Keyboards und Schlagzeug, für die Gitarren stehen unter anderem Steve Hackett, Allan Holdsworth und John McLaughlin zur Verfügung. Zusätzliche Keys gibt es von Jan Hammer. Ja, das ist der mit dem „Miami Vice Theme“.

Bei der Musikerauswahl ist es offensichtlich, dass man es auf „Dirty And Beautiful Vol.1“ nicht mit straighter Musik zu tun bekommt. Stattdessen gibt es jazzige und auch mal rockige Instrumental-Stücke auf die Ohren. Musikalisch ist das schon sehr fein. Es grooved, es hat Feeling und kann für interessierte Musiker auch die ein- oder andere Inspirationsquelle bereithalten.

Jeder Normalsterbliche wird dieses Album nicht verstehen, aber für solche Menschen macht ein studierter Jazzmusiker ja auch in den seltensten Fällen Musik. Rein technisch betrachtet ist vor allem das Drumming interessant, alle Instrumente spielen mörderschwere Licks. Außerdem beherrscht jeder der Musiker die Kunst, anspruchsvolle Musik einfach klingen zu lassen. Die Kompositionen sind jedoch leider meist einfallslos und trantütig. Auch bei der Soundauswahl der Keyboards und Gitarren hätte man kreativer sein können. Möglichkeiten für unterschiedlichste Sounds hätte es hinreichend gegeben.

Fazit:. Technisch brillant, aber nur für Jazzer und Musiktheoretiker interessant.


Jan Hagerodt
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.garyhusband.com
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