Gehört und Gesehen - Ponto

25.05.2011Ponto

Ponto

Ponto

Eigenproduktion (2011, CD)

Es rumpelt im Cd-Player. Schuld daran sind Ponto. Was klingt wie eine Mischung aus mexikanischem Umhang und einem lustigen, bunten Brotaufstrich für Kinder, entpuppt sich als ruppiger und experimenteller Post/ Psychedelic-Rock.

Die Hannoveraner gehen aus der Band Jam Özdemir hervor. Im Bandinfo ist von „Weirdomegadrums“ und Gitarren die Rede. „Musik für Freigeister und Drückeberger“. Sagen wir es mal so. Ein Freigeist muss man auf jeden Fall sein. Allerdings einer mit einem ziemlich dicken Nervenkostüm. Denn was die Jungs hier an aggressivem Kraut-und-Rüben-Gerocke abliefern, kann schon mal auf die Eier gehen. Sicherlich haben die Vier nicht den Anspruch meiner Mutter zu gefallen, doch ein paar Strukturen wären schon mal hilfreich, um den weiteren Sinn ihrer Musik zu begreifen.

Die rudimentäre Gewalt mit der musiziert wird, wirkt teilweise etwas aufgesetzt, frei nach dem Motto: „Jetzt machen wir mal was ganz anderes und drengeln einfach mal drauf los.“ Die vier Tracks klingen demnach nach einer 15- minütigen Jam-Session. Schöne Übergänge oder Höhepunkte bemerkt man auch nach häufigerem Hördurchgang nicht. Die kostbaren, ruhigen Elemente in ihrer Musik funktionieren ganz gut, sind allerdings auch nicht weiter ausgearbeitet.

Mit dieser rohen Struktur werden Ponto live mit Sicherheit spezielle Subkulturen begeistern können. Nämlich all´ diejenigen, die Musik als emotionale Ausdrucksweise in ihrer rohesten Form verstehen. Mir persönlich fällt es jedoch schwer der Musik des Quartetts etwas abzugewinnen. Dazu bin ich wahrscheinlich schon zu sehr in meinen eigenen Grenzen gefangen.

Fazit: Freigeister her!


Jan Hagerodt
(5 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.myspace.com/pontoponto
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