Gehört und Gesehen - Promo-EP

12.05.2011Raw Like Fish

Raw Like Fish

Promo-EP

Eigenproduktion (2011, CD)

Offensichtlich gibt es diese Band schon seit einigen Jahren, auch wenn sie erst seit 2010 in der aktuellen Besetzung zusammenspielen. Raw Like Fish präsentieren uns ihr neues Demo, das mit zwei Tracks mal eben in der Frühstückspause verarztet werden kann.

Normalerweise stinkt der Fisch bekanntlich vom Kopf an. Sänger Malte macht seinen Job jedoch gut und präsentiert uns auch mal ungewohnte Töne, die von jazzig-angehauchten Intervallen bis hin zu harten Breakdown-Shouts ein ziemlich breites Spektrum an Gesangsvariationen abdecken. Auch die Band spielt gut und größtenteils auch sauber. Mir macht eher das „Sushi“ ihrer selbstkomponierten Songs sorgen.

Das ist kein musikalisch weit aufgeschlossener Stilmix, sondern klingt, als ob man sämtliche Musikrichtungen die gefallen, mit dem Pürierstab bearbeitet hätte. Da singt in den Strophen von „Sink, Mr. Powers“ ein kehliger Brandon Boyd, bevor gegrunzt wird. Musikalisch mag das alles sehr abwechslungsreich rein, doch langweilig ist es leider trotzdem.

Was den fünf Musikern nämlich leider nicht gelingt, ist ein Songaufbau, der zu irgendetwas führt. Das Ganze kommt einem eher wie ein fünfminütiges Jammen über vier Akkorde vor. Hierbei geben sich Gitarren und Drums Mühe das Ganze abwechslungsreich zu halten, doch Standard Arpeggios und Double-Bass Geschmetter gehört nicht gerade zu den innovativsten Stilmitteln. Auch das Überraschungselement, das die Hannoveraner mit häufig wechselnden Breaks erzeugen wollen, funktioniert auf Cd leider nicht. Man denkt eher beiläufig: „Kuck ma´, schon wieder ein anderer Teil“.

Raw Like Fish bedienen sich leider der falschen Ideen. Es gibt in der Musikrichtung, in der sich die Jungs bewegen, viele gute Elemente, die man verbraten könnte. Doch es werden fast ausschließlich B-Seiten-Elemente in den Topf gehauen. Verbunden mit einer aktiven Bühnenshow kann ich mir das Ganze wesentlich besser vorstellen, denn die Musiker sind nicht schlecht und offenbar auch gut aufeinander eingespielt. Die entscheidenden Schwächen liegen beim Songwriting und das fällt nun mal auf Cd extrem auf.

Fazit: Müffeln tun sie nicht, doch es sind trotzdem eher die Fischstäbchen von Netto, als die von Iglo.


Jan Hagerodt
(4 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.rawlikefish.de

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Raw Like Fish - Pendolism (2016)
Raw Like Fish - Starfish Cadillac (2014)
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite