Gehört und Gesehen - Russian Voodoo

07.04.2011Russkaja

Russkaja

Russian Voodoo

Indigo (2011, CD)

Dass Musik eine international verständliche Sprache ist wissen wir alle. Dass spezielle Musikrichtungen wie z.B. Ska hervorragend auf Spanisch funktionieren wissen wir spätestens seit Ska-P. Warum also nicht auch auf Russisch?

Zugegeben, diese Sprache ist bei uns aus historischen Gründen eher in Ostdeutschland bekannt, wir doofen Wessis haben keinen Schimmer davon, für uns sind das schlichtweg zu viele Konsonanten.

Russkaja mischen Ska, Highspeed-Polka, Rock und Punk zu einem explosiven Gebräu und klingen nach Prügelei, Wodka aus Flaschen und einer Mixtur aus Rote Armee und Dschingis Khan. Die Botschaft ist eindeutig: „Tanz oder Stirb!“. Da tanzt man doch lieber.

Das geht zu den 14 Tracks auf diesem Album auch ganz hervorragend. Interessant macht das Ganze aber erst die vielen Farbtupfer unterschiedlichster Interpreten die Russkaja beiläufig mitverwursteln. Ob ein „Bohemian Rapsody“ von Queen oder „Pretty Woman“ von Roy Orbison, alles fällt der östlichen Invasion zum Opfer.

„Russian Voodoo“ ist mit Sicherheit keine Cd für die ruhige Minute. Aber zu einem Abend aus Hochprozentigem und verschwitzter Männerfreundschaft passt die russische Kapelle ganz prima. Die Originalität leidet allerdings ein wenig wegen möglicher Vergleiche zu amerikanischen Kollegen wie Gogol Bordello und Co.

Fazit: Moskau, Moskau! Schmeiß die Gläser an die Wand.


Jan Hagerodt
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.russkaja.com
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